In den kommenden Tagen steigt die Unfallgefahr durch Eisglätte deutlich, besonders frühmorgens zwischen 6 und 8 Uhr. Überfrierende Nässe, Schnee und Regen machen Wege und Strassen rutschig. Mit einfachen Massnahmen lässt sich das Risiko von Stürzen jedoch deutlich reduzieren.
Glatteis verlangt volle Aufmerksamkeit: zu Fuss ebenso wie im Strassenverkehr. Entscheidend ist zunächst das richtige Schuhwerk: Fest am Fuss sitzende Schuhe mit rutschfesten Profilsohlen bieten deutlich mehr Halt. Bei Eisglätte können zusätzlich Spikes an den Fersen sinnvoll sein. Ebenso wichtig ist ein angepasstes Tempo. Wer sich im Winter mehr Zeit für den Weg nimmt, langsamer geht und ruhige, kontrollierte Schritte macht, senkt das Sturzrisiko erheblich. Auf vereisten oder verschneiten Treppen ist besondere Vorsicht geboten, da sie zu den häufigsten Unfallstellen zählen. Hier empfiehlt es sich, konsequent den Handlauf zu benutzen. Darüber hinaus trägt auch die Eigenverantwortung zur Sicherheit bei: Durch rechtzeitiges Streuen von Salz oder Sand vor dem eigenen Haus oder Geschäft lässt sich die Glätte wirksam mindern. Beim Velofahren gilt Zurückhaltung, denn ist es glatt, ist es oft sicherer, das Velo zu schieben oder ganz stehen zu lassen.
Stolpern und Stürzen wird oft unterschätzt
Viele Menschen unterschätzen die Stolpergefahr beim Gehen oder Treppensteigen. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt, und es kommt zu einem Sturz mit teils schmerzhaften und langwierigen Folgen. Tatsächlich zählen Stolper- und Sturzunfälle in der Schweiz zu den häufigsten Unfallursachen überhaupt. Rund 200 000 Personen verletzen sich jedes Jahr durch Stolpern, sowohl im Beruf als auch in der Freizeit. Die dadurch entstehenden Kosten belaufen sich auf rund 1,4 Milliarden Franken jährlich. Besonders häufig sind Verstauchungen, Zerrungen und Verrenkungen, gefolgt von Prellungen, Schürfungen und Knochenbrüchen. Achtsamkeit und Beweglichkeit spielen eine zentrale Rolle bei der Prävention. Die Suva setzt deshalb gezielt auf Sensibilisierung und bietet kostenlose Informations- und Präventionsangebote an, mit denen Unternehmen ihre Mitarbeitenden nachhaltig für Stolperrisiken schulen können.
Verantwortung der Arbeitgebenden
Auch Arbeitgebende stehen in der Pflicht, für sichere Verhältnisse zu sorgen. Dazu gehört, Eingänge, Wege und Treppen auf dem Betriebsgelände regelmässig zu streuen und besonders gefährdete Bereiche abzusichern. Ebenso wichtig ist es, Mitarbeitende frühzeitig über drohende Glatteisgefahr zu informieren und auf geeignete Schutzmassnahmen hinzuweisen. Wo es betrieblich möglich ist, kann zudem Homeoffice angeboten werden, um Mitarbeitende vor unnötigen Risiken auf dem Arbeitsweg zu schützen.
| Regelmässiges Streuen | Eingänge, Wege, Treppen… |
| Sicherung von Treppen | und besonders gefährdete Bereiche. |
| Frühzeitige Information | an Mitarbeiter über Glatteisgefahr und Schutzmassnahmen. |
| Homeoffice ermöglichen | wo immer es machbar ist, umm Risiken auf dem Arbeitsweg zu reduzieren. |
Frühzeitig gewarnt mit Apps
Glatteis ist besonders heimtückisch, weil es oft erst erkannt wird, wenn man bereits darauf steht. Eine gute Vorbereitung beginnt deshalb bereits am Vorabend. Wer sich über die prognostizierten Temperaturen und Wetterverhältnisse informiert, kann Risiken besser einschätzen. Hilfreich ist dabei die kostenlose App von MeteoSwiss, die verlässliche Wetterinformationen liefert. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Warnhinweise des Bundesamts für Bevölkerungsschutz zu beachten und die Alertswiss-App zu installieren, um bei besonderen Gefahrenlagen rechtzeitig informiert zu sein.
Kurz und bündig
Glatteis zählt im Winter zu den häufigsten Unfallursachen, insbesondere in den frühen Morgenstunden. Wer sich rechtzeitig informiert, genügend Zeit einplant und auf geeignetes Schuhwerk sowie umsichtiges Verhalten achtet, kommt auch bei Eis sicher ans Ziel.
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