Swiss InsurTech Hub startet 2026 fulminant

Die General Assembly des Swiss InsurTech Hubs vom 13. Januar zeigte einen Jahresauftakt ohne Anlaufzeit: Das Hub-Team skizzierte ein Programm, das Innovation nicht nur diskutieren, sondern über konkrete Formate in […]


Swiss InsurTech Hub mit fulminantem Start ins Jahr 2026.

Swiss InsurTech Hub mit fulminantem Start ins Jahr 2026.

Swiss InsurTech Hub mit fulminantem Start ins Jahr 2026.

Die General Assembly des Swiss InsurTech Hubs vom 13. Januar zeigte einen Jahresauftakt ohne Anlaufzeit: Das Hub-Team skizzierte ein Programm, das Innovation nicht nur diskutieren, sondern über konkrete Formate in den Markt bringen soll. Der Hub kündigte bereits für die folgende Woche ein ganztägiges Symposium zu «Embedded Insurance» an. Der Fokus liegt dabei auf der praktischen Umsetzung: Versicherer, Konsumentenplattformen und Telcos treffen auf InsurTechs und Technologieanbieter, um zu zeigen, wie sich Produkte schneller entwickeln und platzieren lassen. Die Nachfrage sei so hoch, dass schon eine zweite Ausgabe im Raum steht.

«Embedded Insurance» wird vom Swiss InsurTech Hub nicht als Nischenthema verstanden, sondern als struktureller Wandel. Das angekündigte Symposium bei der ETH Zürich soll deshalb weniger theoretisch, sondern entlang realer Use Cases und Plattform-Modelle aufgebaut sein. Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie Technologie-Layer, Partnerschaften und neue Vertriebslogiken zusammenspielen, um Versicherungen dort anzubieten, wo Kundinnen und Kunden sie tatsächlich brauchen.

Internationalisierung: London als Startpunkt

Parallel treibt der Hub seine internationale Präsenz voran. Roadshows sind geplant, weitere Aktivitäten in Richtung MENA-Region und Italien wurden ebenfalls erwähnt.

Mit der ITC-Event in London am 26. und 27. Januar sowie der Insurtech Insights, Europas grösster Insurtech-Konferenz, am 17. bis 19. März in London stehen zwei für die Branche wichPge Events auf dem Programm. Beide werden gemeinsam mit Mitgliedern und der Schweizer Botschaft organisiert.

Mit dem Insurtech-Konferenz ITC in London (26./27. Januar) und dem zweiten Anker, der Insurtech-Insights, Europas grösster Insurtech-Konferenz am 17./19. März in London, organisiert mit Mitgliedern und der Schweizer Botschaft stehen zwei für die Branche wichtige Events auf dem Programm. Das Netzwerk soll Einladungen gezielt in lokale Kontakte hinein verlängern und so Reichweite und Relevanz erhöhen.

Konferenzen als Marktplatz der Entscheider

Ein Gastbeitrag von Hung Wai Wong, Asien-Präsident von Insurtech Insights, positionierte die grosse Branchentreffen in London, New York und Hongkong als globale Drehscheiben für Entscheider. Für Hub-Mitglieder gibt es bevorzugte Konditionen. Der Subtext ist klar: Internationale Skalierung braucht Orte mit hoher Dichte von Entscheidungsträgern, klarer Meeting-Struktur und systematischem Networking.

Drei Prognosen für 2026

Florian Graillot, Investor bei astorya.vc formulierte drei Erwartungen für das kommende Jahr. Erstens werde der Markt nicht nur durch grosse Übernahmen, sondern auch durch Zusammenschlüsse unter Startups geprägt sein. Er nannte vor allem die Bereiche mit vielen ähnlich positionierten Anbietern wie Cyber, KMU und Personal Lines. Zweitens könnte RegTech (Regulatorische Technologie) im Versicherungsbereich an Bedeutung gewinnen, weil Regulierung zwar oft als Innovationsbremse gilt, in der Praxis aber ein operatives Kernproblem ist, das sich technologisch besser lösen lässt. Drittens könnte KI die Eintrittshürden so weit senken, dass sogar ein Solo-Founder die Marke von 10’000 Policen erreicht, was einen Meilenstein bedeuten würde, der bisher meist erst nach Millionenfinanzierungen realistisch war.

Von Suchmaschinen zu KI-Antworten

Ein weiterer Beitrag von Gennaro Cuofano, CRO von Wordlift, zeigte, wie klassische Suchlogik zunehmend von KI-Overviews und agentischen Interfaces verdrängt wird. Für Versicherer und Broker bedeutet das: Entscheidend ist weniger die Platzierung in «blauen Links» (Hyperlinks), sondern die technische Fähigkeit, in KI-Antworten und agentischen Empfehlungen überhaupt sichtbar zu sein. Damit wird Sichtbarkeit zu einer Frage von Datenstruktur, Semantik und Systemarchitektur.

Agentric AI in Claims

Agentric.ai präsentierte das Konzept «digitaler Kolleginnen und Kollegen». Am Beispiel Reiseversicherung übernimmt der Claims-Agent «Clara» weite Teile der End-to-End-Bearbeitung, von Dokumentenverarbeitung und Entscheidungslogik bis zur begründeten Antwort an Kundinnen und Kunden, wie CEO und Co-Founder Domen Gluhar es ausdrückte. Versprochen werden massive Zeitersparnisse, hohe Genauigkeit und Entlastung der Mitarbeitenden, die sich stärker auf Sonderfälle konzentrieren können.

Plattformansatz für Betrug, Claims und Compliance

Jocelyn Rivollet, Senior Account Executive bei Shift Technology zeigte, wie sich ein ursprünglich auf Betrugserkennung fokussierter Anbieter zu einer breiten KI-Plattform für Underwriting-, Claims- und Compliance-Risiken entwickelt hat. Skalierung über viele Märkte, ein transparentes Betriebsmodell und eine starke Data-Science-Basis sollen messbaren ROI und kontinuierliche Verbesserung sichern.

Digitale Antwort auf den Protection Gap

Zum Schluss brachte Lifeinsure einen typisch Schweizer Engpass auf den Punkt: den Protection Gap (Schutzlücke) bei Familien und die «analoge Barriere» der Risikoleben-Versicherung mit langen Durchlaufzeiten und hoher Friktion. Das Versprechen lautet volldigitaler Abschluss in Minuten mit sofortigem Schutz, ausgerichtet auf Lebensereignisse wie Familiengründung oder Hypothek.

Operativ und agentisch

Unter dem Strich vermittelte die General Assembly weniger Zukunftsrhetorik als ein klares Arbeitsprogramm: «Embedded Insurance» als Wachstumshebel, Internationalisierung über London, Roadshows und eine Verschiebung von «KI als Feature» hin zu agentischen Workflows, die ganze Prozessketten neu organisieren. 2026 beginnt im Swiss InsurTech Hub sichtbar operativ.

Binci Heeb

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