Vom Zufall zur Berufung

Er wusste nicht einmal, was ein Aktuar ist und fand genau dort seine berufliche Heimat. Im Podcast Paul the Insurer erzählt Rubin Nova, warum er sich für die Aktuarslaufbahn entschieden […]


Vom Zufall zur Berufung: Warum sich Rubin Nova für die Aktuarslaufbahn entschied.

Vom Zufall zur Berufung: Warum sich Rubin Nova für die Aktuarslaufbahn entschied.

Vom Zufall zur Berufung: Warum sich Rubin Nova für die Aktuarslaufbahn entschied.

Er wusste nicht einmal, was ein Aktuar ist und fand genau dort seine berufliche Heimat. Im Podcast Paul the Insurer erzählt Rubin Nova, warum er sich für die Aktuarslaufbahn entschieden hat und weshalb dieser Beruf heute relevanter ist denn je.

Als Rubin Nova sein Studium begann, hatte er einen klaren, aber breiten Plan: Finanzen und Rechnungswesen. Wirtschaft, Analyse und die Dynamik der Finanzmärkte faszinierten ihn. Vor allem aber bot das Studium viele berufliche Optionen, was ein entscheidendes Argument. Dass ihn dieser Weg eines Tages in eine hochspezialisierte Nische führen würde, ahnte er damals nicht.

Ein Auslandsjahr in Monterrey, Mexiko, wurde zum Wendepunkt. Dort, kurz vor dem Abschluss, fiel in einem Gespräch mit einem Freund erstmals das Wort «Aktuar». Bis dahin war es für ihn kein greifbarer Beruf, eher ein abstrakter Begriff.

Die Entdeckung der Aktuarwissenschaft

Neugier wurde zu Recherche und Recherche zu Begeisterung. Statistik, Risikomodellierung, Finanzanalyse, Programmierung: Das Curriculum der Aktuarwissenschaften vereinte genau jene Disziplinen, die ihn ohnehin interessierten. Besonders überzeugend war ein Versprechen, das kaum ein anderes Studium gibt: nahezu vollständige Beschäftigungsfähigkeit.

Nova erkannte schnell, dass Aktuare weit mehr tun als Versicherungsprämien zu berechnen. Sie modellieren Risiken, sichern die Solvenz von Unternehmen und liefern datenbasierte Entscheidungsgrundlagen. Die Konsequenz: ein Masterstudium in Aktuar- und Finanzwissenschaften in Madrid.

Warum Aktuare so gefragt sind

Während des Studiums wurde deutlich, weshalb Aktuare am Arbeitsmarkt knapp sind. Zum einen gibt es nur wenige spezialisierte Fachkräfte, zum anderen ist ihr Einsatzgebiet nicht auf Versicherungen oder Banken beschränkt. Nova engagierte sich früh, gründete mit Kommilitonen eine Alumni-Vereinigung und baute ein Netzwerk auf, das heute Hunderte von Aktuaren über Generationen hinweg verbindet.

Parallel sammelte er praktische Erfahrung: Sachversicherung, Pensionssysteme, spezialisierte Beratung. Die Vielfalt der Aufgaben – von Pricing über Reserven bis hin zu Solvenzfragen, Fusionen und Produktentwicklung – machte eines klar: Langeweile ist in diesem Beruf ausgeschlossen.

Mehr als Zahlen: strategische Relevanz

Mit wachsender Berufserfahrung erkannte Nova die strategische Bedeutung seines Profils. Aktuare beeinflussen nicht nur technische Ergebnisse, sondern die Nachhaltigkeit ganzer Geschäftsmodelle. Sie analysieren Daten, bewerten inhärente Risiken und übersetzen komplexe Ergebnisse für Management, Gremien und Verwaltungsräte.

Der Schritt in einen Telekommunikationskonzern öffnete ein weiteres Kapitel. Auf den ersten Blick scheinen Versicherungsmathematik und Telekommunikation wenig gemeinsam zu haben – in der Praxis jedoch treffen hier vielfältige Risiken aufeinander.

Neue Risiken, neue Perspektiven

Im heutigen Arbeitsalltag geht es um weit mehr als klassische Versicherungsthemen. Klimarisiken wie Überschwemmungen oder Erdbeben, Schäden an Unterseekabeln und Satelliten, Cyber- und Regulierungsrisiken, aber auch biometrische Risiken und Kapitalanlagen gehören dazu. Nova ist in Investmentkomitees eingebunden, arbeitet an Venture-Capital-Initiativen im Insurtech-Umfeld und präsentiert Analysen direkt vor Top-Management und Verwaltungsrat.

Der Aktuar ist hier nicht Zuarbeiter, sondern Mitgestalter von Strategie.

Ein Beruf mit gesellschaftlicher Wirkung

Für Rubin Nova ist klar: Aktuar zu sein bedeutet nicht, Excel-Tabellen zu füllen. Es ist ein vielseitiger, dynamischer Beruf mit Wirkung in Versicherung, Finanzwesen, Gesundheitssektor, Technologie, Nachhaltigkeit oder Energie.

Sein Appell an Unentschlossene ist eindeutig: recherchieren, nachfragen, hinter die Berufsbezeichnungen blicken. Denn Aktuarwissenschaften sind keine reine Formelwelt. Sie helfen, Risiken zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen und eine stabilere, fairere Zukunft mitzugestalten.

Binci Heeb

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