Der Geschäftssitz der Vaudoise Versicherungen in Lausanne, das «Cèdre», hat im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals am 12. und 13. September seine Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Über 500 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, das sonst den Mitarbeitenden vorbehaltene Gebäude zu besichtigen.
Das zwischen 1951 und 1956 erbaute «Cèdre» zählt zu den bedeutendsten Werken des Schweizer Architekten Jean Tschumi (1904–1962) und gilt als von nationaler Bedeutung. Tschumis Konzept verband Architektur, Design, Kunst und Funktionalität zu einem Gesamtkunstwerk. Nach einer ersten Renovierung in den 1990er-Jahren wurde das Gebäude zwischen 2024 und 2025 auf Basis einer vertieften Gebäudestudie und in enger Zusammenarbeit mit Denkmalpflege-Expertinnen und -Experten grundsaniert. Ziel war es, die historische Identität und Tschumis gestalterische Elemente zu bewahren und gleichzeitig Raum für moderne Arbeitsweisen zu schaffen.
Führungen durch Architektur und Kunstsammlung
Eingangshalle und Park standen das gesamte Wochenende offen. Camille Jaquod (Kunsthistorikerin, ARHAM) sowie Architekten von Itten & Brechbühl, die für die Sanierung verantwortlich zeichnen, führte angemeldete Gäste durch das Gebäude und vermittelten die Geschichte des Grundstücks «Campagne des Cèdres» sowie die Entwicklung des Baus.
Öffentliches Interesse am kulturellen Erbe
«Das Interesse der 500 Personen zeugt von der Verbundenheit der Öffentlichkeit mit dem architektonischen Erbe Lausannes», sagt Nathalie Bender, operative Leiterin der Kunstkommission der Vaudoise. Mit den Tagen der offenen Tür wolle die Vaudoise ihr bauliches Erbe lebendig halten und einem breiten Publikum zugänglich machen – als Fortsetzung eines seit rund 70 Jahren bestehenden Dialogs zwischen Architektur, Kunst, Landschaft und professioneller Nutzung.