Grösse, Mut – und die falsche Innovation

Erfolg in der Versicherungsbranche beginnt selten spektakulär, aber er endet oft global. In dieser Folge erzählt Paul von zwei Unternehmern, die aus kleinen Organisationen Weltkonzerne formten, und von drei Lektionen, […]


Grösse, Mut - und die falsche Innovation.

Grösse, Mut - und die falsche Innovation.

Grösse, Mut - und die falsche Innovation.

Erfolg in der Versicherungsbranche beginnt selten spektakulär, aber er endet oft global. In dieser Folge erzählt Paul von zwei Unternehmern, die aus kleinen Organisationen Weltkonzerne formten, und von drei Lektionen, die über Gewinn oder beinahe Untergang entscheiden.

Wer heute auf grosse Versicherungsgruppen blickt, sieht Kapitalstärke, Markenmacht und internationale Präsenz. Doch viele dieser Konzerne begannen erstaunlich unscheinbar: als kleine Gegenseitigkeitsversicherer in der Provinz.

Zwei Manager, einer in Spanien, einer in Frankreich, starteten genau so. Jahrzehnte später stehen ihre Unternehmen an der Spitze des globalen Marktes mit breitem Produktportfolio und Innovationskraft. Entscheidend war nicht der Startpunkt, sondern die Konsequenz im Aufbau.

Doch Pauls Geschichte führt noch weiter zurück zu zwei Unternehmern, die das internationale Versicherungsgeschäft grundlegend geprägt haben.

Der Versicherer aus Shanghai

Der erste gründete 1919 in Shanghai ein Geschäft und expandierte über ganz Asien. Kriege und Revolutionen zwangen ihn schliesslich zur Rückkehr in die USA. Sein Nachfolger übernahm eine deutlich kleinere Organisation und machte daraus einen der profitabelsten Versicherungskonzerne der Welt.

Auf seinen Reisen in die Schweizer Alpen hielt er regelmässig in Zürich an. Dort diskutierte er mit Paul leidenschaftlich über Geschäftsmodelle.

Aus diesen Gesprächen blieben zwei Lehren.

Lektion 1: Ohne Grösse kein Geld

Versicherung ist ein Skalengeschäft. Risiken lassen sich nur dann stabil kalkulieren, wenn sie auf eine grosse Zahl von Kunden verteilt werden.

Kleine Versicherer haben strukturell ein Problem: Zu wenig Daten, zu wenig Diversifikation, zu hohe Schwankungen.

Deshalb folgte eine Welle von Fusionen und bestätigte die These: Wer nicht wächst, verschwindet.

Lektion 2: Jeden Tag innovieren

Der Unternehmer formulierte es provokativ: Wettbewerber kopieren Innovationen, aber zuerst kopieren sie deine Fehler.

Innovation bleibt notwendig, selbst wenn sie sofort imitiert wird. Denn entscheidend ist nicht die einzelne Idee, sondern die kontinuierliche Lernkurve. Wer schneller lernt, bleibt vorne.

Lektion 3: Innovation braucht Disziplin

Das Unternehmen innovierte später auch ausserhalb der Versicherung in Bereichen, die nicht zu seinem Kerngeschäft gehörten. Während einer Finanzkrise geriet es dadurch beinahe in den Bankrott.

Die dritte Lehre entstand also erst im Nachhinein: Nicht jede Innovation ist strategisch sinnvoll. Innovation ohne Risikokompetenz wird selbst zum Risiko.

Fazit

Grösse sichert Stabilität. Innovation sichert Zukunft. Doch nur Fokus sichert Überleben.

Binci Heeb

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