Versicherungsbroker-Forum 2026 Finanz und Wirtschaft

Am 3. Juni versammelt sich die Schweizer Brokerbranche im Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon zum Versicherungsbroker-Forum der Finanz und Wirtschaft. Die Agenda zeigt: Es geht längst nicht mehr nur um […]


Versicherungsbroker-Forum 2026 der Finanz und Wirtschaft.

Versicherungsbroker-Forum 2026 der Finanz und Wirtschaft.

Versicherungsbroker-Forum 2026 der Finanz und Wirtschaft.

Am 3. Juni versammelt sich die Schweizer Brokerbranche im Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon zum Versicherungsbroker-Forum der Finanz und Wirtschaft. Die Agenda zeigt: Es geht längst nicht mehr nur um Produkte und Policen, sondern um Regulierung, Technologie und die Zukunft des Berufsbildes.

Die Branche befindet sich in einer Phase struktureller Neuordnung. Seit Inkrafttreten der Teilrevision des Versicherungsaufsichtsgesetzes ist die Beratung stärker formalisiert, dokumentiert und überprüfbar geworden. Weiterbildungspflichten und Rezertifizierungen sind damit nicht mehr nur Qualitätsmerkmal, sondern Voraussetzung für die Marktbeteiligung.

Genau an dieser Schnittstelle positioniert sich das Versicherungsbroker-Forum 2026. Die Veranstaltung bringt Broker, Versicherer und Aufsicht in einen gemeinsamen Diskursraum. Der Bedarf dafür ist offensichtlich: Die Regulierung erhöht zwar die Transparenz, verändert aber gleichzeitig Kostenstruktur und Arbeitsalltag in den Betrieben. Aus Vermittlern werden zunehmend regulierte Finanzintermediäre mit Compliance-Infrastruktur.

Digitalisierung wird operativ

Parallel dazu verschiebt sich die Debatte um Digitalisierung. Während in den vergangenen Jahren strategische Visionen dominierten, rückt nun die operative Umsetzung in den Vordergrund. Im Zentrum stehen Anwendungen, die konkrete Arbeitsschritte verändern: automatisierte Datenerfassung, digitale Kundenplattformen oder KI-gestützte Vorsorgeanalysen.

Damit stellt sich eine pragmatische Frage: Welche Technologien reduzieren tatsächlich administrativen Aufwand und welche schaffen lediglich zusätzliche Systeme, die wiederum gepflegt werden müssen? Für Broker entscheidet sich daran unmittelbar die Wirtschaftlichkeit ihres Geschäftsmodells, denn Margen entstehen primär durch Effizienz in der Beratungsvorbereitung.

Die Personalfrage als Geschäftsrisiko

Noch grundlegender ist jedoch die demografische Entwicklung. Viele Brokerunternehmen stehen vor einem Generationenwechsel, während qualifizierter Nachwuchs rar bleibt. Die Branche konkurriert zunehmend mit Banken, Beratungen und Technologieunternehmen um dieselben Profile.

Das Forum greift deshalb Themen wie Unternehmenskultur, Arbeitgeberattraktivität und neue Arbeitsmodelle auf. Dahinter steht weniger ein HR-Trend als eine strategische Notwendigkeit: Ohne neue Beraterinnen und Berater lässt sich ein personenbezogenes Beratungsmodell langfristig nicht aufrechterhalten.

Vom Policenverkäufer zum Risikoberater

Auffällig ist zudem die thematische Erweiterung über klassische Fachfragen hinaus. Cyberrisiken, Entscheidungsfähigkeit unter Druck oder mentale Belastbarkeit finden ebenso Platz im Programm. Das signalisiert einen Wandel des Selbstverständnisses. Der Broker bewegt sich zunehmend in Richtung Risiko-Manager und Vertrauensberater, dessen Wert weniger im Produktwissen als in Einordnung und Orientierung liegt.

Das Versicherungsbroker-Forum wird damit zum Stimmungsbarometer einer Branche, die ihre Rolle neu definieren muss. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, wie Versicherungen vermittelt werden, sondern welche Funktion Beratung künftig in einem Markt, der gleichzeitig stärker reguliert und stärker automatisiert wird, überhaupt erfüllt.

Binci Heeb

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