Welt im Risiko-Modus

Der «Global Risks Report 2026» des World Economic Forum zeichnet ein düsteres Bild: Geopolitische Machtkämpfe, wirtschaftliche Verwerfungen und technologische Beschleunigung überlagern sich zu einer neuen Risikolage. Für Politik, Wirtschaft – […]


Welt im Risiko-Modus gemäss dem Global Risks Report 2026 des World Economic Forum WEF.

Welt im Risiko-Modus gemäss dem Global Risks Report 2026 des World Economic Forum WEF.

Welt im Risiko-Modus gemäss dem Global Risks Report 2026 des World Economic Forum WEF.

Der «Global Risks Report 2026» des World Economic Forum zeichnet ein düsteres Bild: Geopolitische Machtkämpfe, wirtschaftliche Verwerfungen und technologische Beschleunigung überlagern sich zu einer neuen Risikolage. Für Politik, Wirtschaft – und insbesondere für die Versicherungsbranche – wird das Management von Unsicherheit zur zentralen Führungsaufgabe.

2026 markiert laut Report den Eintritt in ein «Zeitalter der Konkurrenz». Multilaterale Strukturen verlieren an Wirkung, während Staaten zunehmend auf wirtschaftliche und technologische Machtinstrumente setzen. Geökonomische Konfrontation, also der strategische Einsatz von Handel, Sanktionen, Subventionen oder Investitionskontrollen, gilt kurzfristig als grösstes globales Risiko. Sie verdrängt sogar bewaffnete Konflikte vom Spitzenplatz der Risikoliste.

Wirtschaftliche Risiken kehren zurück

Nach Jahren relativer Stabilisierung rücken ökonomische Risiken wieder stark in den Vordergrund. Eine globale Konjunkturabkühlung, steigende Verschuldung, Inflationsrisiken und mögliche Vermögenspreisblasen gewinnen deutlich an Gewicht. Besonders brisant: Diese Risiken wirken nicht isoliert, sondern verstärken soziale Spannungen, politische Polarisierung und staatliche Instabilität.

Gesellschaft unter Druck

Ungleichheit bleibt das am stärksten vernetzte Risiko über den Zehnjahreshorizont hinweg. Wo wirtschaftliche Teilhabe schwindet, gerät der gesellschaftliche Zusammenhalt unter Druck. Polarisierung, Vertrauensverlust in Institutionen und die Erosion von Bürgerrechten werden so zu systemischen Risikofaktoren mit direkten Folgen für Märkte und Versicherbarkeit.

Technologie: Chance und Risiko zugleich

Technologischer Fortschritt ist Treiber von Wachstum, aber auch Quelle neuer Unsicherheiten. Kurzfristig dominieren Desinformation und Cyberrisiken die Agenda. Langfristig steigen die Sorgen vor unerwünschten Folgen von Künstlicher Intelligenz massiv an. Diese gehen von Arbeitsmärkten über Sicherheitsfragen bis hin zur politischen Stabilität. KI ist damit eines der Risiken mit der stärksten Zunahme an wahrgenommener Schwere.

Umweltgefahren werden verdrängt – aber nicht gelöst

Bemerkenswert ist die kurzfristige Abwertung ökologischer Risiken. Extreme Wetterereignisse, Biodiversitätsverlust oder kritische Veränderungen der Erdsysteme verlieren in der Zwei-Jahres-Perspektive an Priorität. Langfristig jedoch bleiben sie dominant: In der Zehnjahressicht stellen Umweltgefahren weiterhin die grössten existenziellen Risiken dar, insbesondere für Infrastruktur, Versorgungssicherheit und Versicherungsmodelle.

Infrastruktur als neue Schwachstelle

Der Report warnt eindringlich vor alternder und überlasteter Infrastruktur. Klimabedingte Extremereignisse treffen auf Systeme, die weder resilient noch ausreichend finanziert sind. Gleichzeitig wird Infrastruktur zunehmend selbst zur geopolitischen Zielscheibe. Dieses Szenario ist mit erheblichen Kaskadeneffekten für Wirtschaft und Gesellschaft verbunden.

Resilienz wird zur Schlüsselkompetenz

Der «Global Risks Report 2026» macht deutlich: Die Welt bewegt sich nicht auf einen einzelnen Krisenpunkt zu, sondern auf eine Phase dauerhaft erhöhter Unsicherheit. Für Versicherer, Finanzmärkte und politische Entscheidungsträger heisst das: Risikomanagement, Resilienzstrategien und neue Formen der Kooperation sind keine Option mehr, sondern Voraussetzung für Stabilität in einem fragmentierten globalen Umfeld.

Binci Heeb

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