Wenn KI Risikoberichte lesbar macht

Risikobesichtigungen liefern wertvolle Erkenntnisse, doch ihre Berichte sind lang, komplex und zeitintensiv. Zwei junge Versicherungsexpertinnen zeigen, wie künstliche Intelligenz Risk Surveys für Captives und Grossunternehmen endlich effizient nutzbar macht. Im […]


Paul the Insurer 1: Wenn KI Risikoberichte lesbar macht.

Paul the Insurer 1: Wenn KI Risikoberichte lesbar macht.

Paul the Insurer 1: Wenn KI Risikoberichte lesbar macht.

Risikobesichtigungen liefern wertvolle Erkenntnisse, doch ihre Berichte sind lang, komplex und zeitintensiv. Zwei junge Versicherungsexpertinnen zeigen, wie künstliche Intelligenz Risk Surveys für Captives und Grossunternehmen endlich effizient nutzbar macht.

Im ersten Podcast von Paul the Insurer im neuen Jahr zeigt, wo künstliche Intelligenz im Versicherungsalltag ihren grössten Nutzen entfalten kann.

Wer glaubt, die Arbeit in Verwaltungsräten von Versicherungs- und Rückversicherungscaptives sei routiniert und ereignislos, irrt. Captives sind ein zentrales Instrument im Risikomanagement grosser Konzerne. Sie müssen sich laufend an ein dynamisches Umfeld anpassen: Fusionen und Übernahmen, neue Produktionsstandorte sowie geopolitische Verschiebungen verändern Risiken und Versicherungsprogramme kontinuierlich.

Vor diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage, welche Rolle künstliche Intelligenz in Captives spielen kann.

KI und Daten: Skepsis trifft Pragmatismus

In der Diskussion um KI in Captives gibt es zwei Lager. Die einen bezweifeln den Nutzen aufgrund vermeintlich zu kleiner Datenmengen. Die anderen denken lösungsorientiert und entwickeln Anwendungen, die nicht nur den Captive selbst, sondern auch dem Mutterkonzern Mehrwert liefern.

Ein bekanntes Beispiel sind KI-Tools, die Versicherungsbedingungen aus Dutzenden Ländern vergleichen und gegen Standardmodelle prüfen. Doch KI kann noch mehr.

Das ungelöste Problem der Risk Surveys

Risk Surveys gehören zum Pflichtprogramm im industriellen Versicherungsgeschäft. Besichtigungen von Produktionsstätten, Lagerhäusern oder Spezialanlagen münden in umfangreiche Berichte, die oft 40 bis 60 Seiten lang sind.

Für Risk Manager bedeutet das: lesen, filtern, Massnahmen extrahieren, weiterleiten und deren Umsetzung kontrollieren. Bei 50, 60 oder gar 70 Berichten pro Jahr wird dies, selbst für erfahrene Spezialisten, schnell zu einem erheblichen Ressourcenproblem.

Zwei Perspektiven, eine Lösung

Hier setzen Ines und Anna an. Ines bringt jahrelange Erfahrung als Property Underwriterin mit und kennt die Inhalte und Schwachstellen von Risk Surveys im Detail. Anna kommt frisch von der Universität, mit fundiertem Versicherungs- und Finanzwissen und der Fähigkeit, mit IT-Spezialisten auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Gemeinsam mit einem Team von IT-Experten entwickelten sie eine KI-basierte Lösung, die Risk-Survey-Berichte analysiert, strukturiert und die wesentlichen Aussagen extrahiert.

Von der Idee zum internen Vorzeigemodell

Das Resultat: eine deutliche Zeitersparnis, mehr Transparenz und eine bessere Nachverfolgbarkeit von Empfehlungen und Massnahmen. Die Lösung überzeugte nicht nur intern, sondern auch das Topmanagement so sehr, dass sie vor Führungskräften der Versicherungsbranche präsentiert wurde.

Verkauft wird das Tool nicht. Es bleibt eine interne Anwendung und zugleich ein Impuls für andere Versicherer und Captives, ähnliche Lösungen zu entwickeln.

KI als stiller Effizienztreiber

Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wo künstliche Intelligenz im Versicherungsalltag ihren grössten Nutzen entfalten kann: nicht als spektakuläres Verkaufsargument, sondern als pragmatisches Werkzeug, das Fachleute entlastet und Qualität sichert.

Für Captives und Risk Manager könnte genau darin der entscheidende Wettbewerbsvorteil der nächsten Jahre liegen.

Binci Heeb

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