Jede dritte Frau in einer Partnerschaft fühlt sich finanziell vom Partner abhängig, bei den Männern ist es nicht einmal jeder zehnte. Das zeigt der AXA Vorsorgemonitor 2026, für den Sotomo rund 1600 Personen befragt hat. Über die grössten finanziellen Risiken einer Beziehung sprechen die meisten Paare dennoch kaum – gestritten wird lieber über Ferien und Hobbys.
Paare im Erwerbsalter sehen in Erwerbsausfall und Jobverlust die grössten finanziellen Gefahren ihrer Partnerschaft. Ausführlich darüber reden aber nur Minderheiten, ein Drittel spricht über die Absicherung bei Arbeitslosigkeit überhaupt nicht. Noch heikler ist die Lage bei der Pensionskasse: Vier von zehn Personen in einer Beziehung wissen nicht sicher, ob ihnen beim Tod des Partners Hinterlassenenleistungen zustehen. Viele Konkubinatspaare ahnen zudem nicht, dass zahlreiche Pensionskassen eine vorgängige Anmeldung des Partners verlangen. «Diese Wissenslücke kann bei vielen Pensionskassen gravierende finanzielle Folgen für die hinterbliebene Partnerin oder den hinterbliebenen Partner haben», sagt Jürgen Scharfetter, Leiter Berufliche Vorsorge bei der AXA. Er rät, in den meisten Fällen eine Begünstigungserklärung einzureichen.

Abhängigkeit mit Folgen
Wer klar weniger verdient als der Partner, fühlt sich sogar in jedem zweiten Fall abhängig. Markus Lack, Leiter Private Vorsorge bei der AXA, warnt vor den Konsequenzen: Wer das Pensum für die Familie reduziert hat, steht nach einer Trennung oft mit Vorsorgelücken da und ist finanziell deutlich weniger handlungsfähig. Auch beim letzten Wort zeigt sich ein Gefälle. Zwar entscheiden die meisten Paare grössere Ausgaben gemeinsam, doch Männer geben doppelt so oft wie Frauen an, meist selbst zu bestimmen. Sotomo-Leiter Michael Hermann vermutet, dass Besserverdienende ihren Einfluss eher überschätzen, während Geringverdienende ungern zugeben, dass der andere häufiger entscheidet.

Getrennte Kassen, seltener Streit
Am verbreitetsten ist ein Mischmodell aus gemeinsamen und eigenen Konten. Bemerkenswert: Selbst jedes vierte Ehepaar hält die Finanzen vollständig getrennt, bei Konkubinatspaaren ist es über die Hälfte. Dennoch streiten drei Viertel der Paare selten oder nie über Geld. Kommt es doch dazu, geht es meist um Ferien, persönliche Alltagsausgaben und Hobbys – also eher um die kleinen Dinge als um die existenziellen.

Der PACS als Alternative zur Ehe
Hätte die Schweizer Bevölkerung heute die Wahl, würde knapp die Hälfte die Ehe wählen und jede fünfte Person einen PACS, den Pacte civil de solidarité. Bei Konkubinatspaaren mit Kindern dreht sich das Bild: Hier ist der PACS doppelt so beliebt wie die Ehe. Und selbst unter den Verheirateten würde sich heute gut jede achte Person eher für den PACS entscheiden. Für Michael Hermann ein Zeichen, dass Paare zwar nicht heiraten, aber dennoch rechtlich abgesichert sein wollen.
Die Online-Befragung wurde im Sommer 2026 in der Deutsch- und Westschweiz durchgeführt.