Ölpreisschock durch Iran-Konflikt: Fed gerät erneut unter Druck

Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran rückt die Energiemärkte zurück ins Zentrum. Trotz einer vorübergehenden Angriffspause bleibt die Lage fragil: Nach dem Scheitern des Memorandums zwischen Washington und […]


Energiemärkte werden durch die Eskalation zwischen den USA und dem Iran zurück ins Zentrum gerückt.

Energiemärkte werden durch die Eskalation zwischen den USA und dem Iran zurück ins Zentrum gerückt.

Energiemärkte werden durch die Eskalation zwischen den USA und dem Iran zurück ins Zentrum gerückt.

Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran rückt die Energiemärkte zurück ins Zentrum. Trotz einer vorübergehenden Angriffspause bleibt die Lage fragil: Nach dem Scheitern des Memorandums zwischen Washington und Teheran haben die USA ihre Seeblockade wieder eingeführt, während die Huthi-Rebellen mit einer Blockade saudi-arabischer Häfen drohen.

Theodore Bunzel, Leiter des Lazard Geopolitical Advisory-Teams, hält die aktuelle Phase für kritischer als frühere. Die Ölflüsse aus dem Persischen Golf liegen wieder bei weniger als der Hälfte des Vorkriegsniveaus, strategische wie kommerzielle Reserven sind nach fast fünf Monaten Konflikt stark gesunken. Auch die Preisspanne zwischen Rohöl und raffinierten Produkten wie Diesel hat historische Höchststände erreicht: ein Hinweis, dass zunehmend die Verarbeitungskapazitäten zum Engpass werden. Ein erneuter Anstieg auf 100 bis 110 US-Dollar je Barrel könnte sich daher stärker auf Endverbraucherpreise auswirken als frühere Preisschübe.

Zusätzliche Brisanz erhält die Lage durch die Huthi-Drohung gegen die Route Yanbu am Roten Meer, über die Saudi-Arabien bislang Öl an der Strasse von Hormus vorbeileitet. Schon steigende Kriegsrisiko- und Versicherungsprämien könnten den Schiffsverkehr spürbar belasten, so Bunzel.

Inflationsdruck und Fed in der Zwickmühle

Ron Temple, Chief Market Strategist bei Lazard, sieht in der Ölpreisentwicklung einen zentralen makroökonomischen Risikofaktor. Brent-Rohöl war zeitweise auf über 100 US-Dollar gestiegen, nach rund 70 US-Dollar nur Wochen zuvor. Zwar seien einzelne Preisimpulse – etwa durch Zölle oder den Iran-Konflikt – bislang isoliert geblieben, ihre kumulative Wirkung könne jedoch zu breiterem Inflationsdruck führen. Die Fed dürfte laut Temple zunächst abwarten, doch bei anhaltendem Preisdruck könnte der geldpolitische Handlungsdruck rasch steigen.

Strukturelles Risiko bleibt

Auch bei einer Rückkehr zu einem schwelenden Waffenstillstand dürfte die Region längerfristig mit eingeschränktem Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus leben müssen. Alternative Pipelinekapazitäten der Golfstaaten dürften frühestens 2027 verfügbar sein. Der Ölmarkt sei heute verwundbarer als zu Konfliktbeginn, so Temple – geopolitische Schocks könnten schneller auf Inflation, Zinsen und Wachstum durchschlagen.


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