Die hohen Spritpreise verändern das Kaufverhalten der Schweizer Bevölkerung: Nur noch 39 Prozent wollen als nächstes einen Verbrenner anschaffen, ein deutlicher Rückgang gegenüber 48 Prozent im Vorjahr. Das zeigt der neue AXA Mobilitätstacho, erstellt in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo.
Ein neues Auto muss vor allem eines sein: preiswert. 76 Prozent der Befragten legen beim nächsten Autokauf besonders viel Wert auf die Kosten, fast zehn Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren. Über ein Drittel schiebt einen Autokauf aus Kostengründen derzeit sogar ganz auf, insbesondere junge Menschen und Personen mit tiefem Einkommen. Selbst bei einem monatlichen Einkommen von über 8000 Franken verlegt ein Viertel den Kauf auf später. Michael Hermann, Geschäftsführer von Sotomo, führt dies auf die volatile geopolitische und wirtschaftliche Lage zurück, die viele bei grossen Anschaffungen zurückhaltend werden lässt.
Wer dennoch kauft, greift oft zur Occasion: 58 Prozent sparen so beim Autokauf. Das durchschnittliche Budget liegt bei rund 30’000 Franken.
Spritpreise treiben Interesse an Elektroautos
Die gestiegenen Treibstoffpreise, ausgelöst durch die Spannungen am Golf, wirken sich direkt auf die Antriebswahl aus. 46 Prozent der Befragten geben an, dass diese Preise ihre Bereitschaft zum Elektroauto-Kauf erhöht haben. Entsprechend steigt das Interesse an Stromern von 25 auf 30 Prozent, auch Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Modelle legen zu. Mieterinnen und Mieter bleiben aufgrund des erschwerten Zugangs zu Ladestationen weiterhin zurückhaltender als Wohneigentümer.
Fast die Hälfte der Bevölkerung wünscht sich zudem eine stärkere politische Förderung der Elektromobilität, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
China gewinnt, USA verlieren an Beliebtheit
Von der gestiegenen Preissensitivität profitieren insbesondere asiatische Hersteller. 43 Prozent der angehenden Elektroauto-Käuferinnen und -Käufer können sich ein chinesisches Modell vorstellen, sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Ausschlaggebend ist vor allem der Preis. Die USA hingegen verharren nach einem deutlichen Einbruch im Vorjahr auf tiefem Niveau. Deutschland bleibt mit 84 Prozent unangefochten an der Spitze der beliebtesten Herstellerländer.