Zinsen, KI-Korrektur und ein schwächelnder Dollar: Die Finanzmärkte im Juli

Der Iran-Konflikt, eine handfeste KI-Korrektur und ein neuer Fed-Chef in spe: Der Juli 2026 hatte es in sich und die Finanzmärkte reagierten entsprechend nervös. Die Re-Eskalation im Iran und die […]


Der Juli 2026 hatte es in sich und die Finanzmärkte reagierten entsprechend nervös.

Der Juli 2026 hatte es in sich und die Finanzmärkte reagierten entsprechend nervös.

Der Juli 2026 hatte es in sich und die Finanzmärkte reagierten entsprechend nervös.

Der Iran-Konflikt, eine handfeste KI-Korrektur und ein neuer Fed-Chef in spe: Der Juli 2026 hatte es in sich und die Finanzmärkte reagierten entsprechend nervös.

Die Re-Eskalation im Iran und die damit verbundene Ölpreisvolatilität liessen die Renditen von Staatsanleihen im Juli branchenübergreifend in den USA, der Eurozone, Grossbritannien und der Schweiz gleichermassen steigen. In den USA weiteten sich die Investment-Grade-Spreads wegen des grossen Angebots langfristiger KI-Anleihen aus. Das Fed dürfte die Zinsen trotz hoher Inflation 2026 unverändert lassen, auch wenn die Risiken eher in Richtung Zinserhöhung tendieren. Die EZB erwartet im September einen Zinsschritt von 25 Basispunkten, die Bank of England dürfte im selben Monat die Zinsen anheben. Die SNB dürfte hingegen abwarten. Bei Firmenanleihen zeigt sich seit Jahresbeginn ein positives Bild: EUR- und USD-Corporates erzielten Überrenditen gegenüber Staatsanleihen, getragen von tiefen Ausfallraten und geringen Rezessionsrisiken.

Aktien: Die KI-Rally gerät ins Stocken

Der Juli brachte eine Trendwende an den Aktienmärkten. Die KI-Rally in den USA stoppte abrupt, der Philadelphia Semiconductor Index brach um 27 Prozent ein. Grund dafür sind günstigere, transparentere chinesische KI-Modelle, die Marktanteile gewinnen, sowie wachsende Zweifel an der Monetarisierung der enormen Investitionen der US-Hyperscaler.

Die Eurozone schlug den US-Markt erneut, obwohl sie – abgesehen von ASML – kaum direktes KI-Exposure hat. Auch die Schweiz und Grossbritannien entwickelten sich dank defensiver Ausrichtung vergleichsweise robust. In den Schwellenländern kam es nach der starken Rally bei asiatischen Halbleiteraktien zu einer scharfen Korrektur, ausgelöst durch fremdfinanzierte Kleinanleger, milliardenschwere Investitionsankündigungen von SK Hynix und Samsung sowie eine Neubewertung der Investitionsausgaben grosser US-KI-Firmen.

Die Berichtssaison selbst überzeugt bislang: Das Gewinnwachstum liegt in den USA bei 22 Prozent, in Europa bei 12 Prozent und in den Schwellenländern bei 69 Prozent gegenüber Vorjahr. Bemerkenswert: In den vergangenen Amtswechseln fiel der US-Markt in den drei Monaten nach der Ernennung eines neuen Fed-Chefs im Schnitt um 12 Prozent. Seit der Nominierung von Kevin Warsh liegt die Performance bislang bei rund minus 2 Prozent.

Währungen: Der Dollar korrigiert

Der USD wertete im Juli handelsgewichtet leicht ab, blieb aber von geopolitischen Spannungen geprägt. Der Ölpreisanstieg über 90 US-Dollar je Barrel stützte Rohstoffwährungen wie NOK und NZD. Der Euro legte sowohl zum Dollar als auch zum Franken zu, während der Franken die Marke von 0.93 zum Euro durchbrach. Für August erwartet Swiss Life Asset Managers eine Trendwende bei EUR/CHF sowie tendenziell tiefere Renditen zwei- und zehnjähriger Staatsanleihen in den USA und der Eurozone.

Asset Allocation: Diversifikation statt Klumpenrisiko

Die Q2-Zahlen von Alphabet lösten eine breitere Neubewertung der KI-Stimmung aus: starkes Wachstum, aber steigende Investitionen und sinkender freier Cashflow verunsicherten Anleger und zogen Hyperscaler wie Halbleiterfirmen in Mitleidenschaft. Swiss Life Asset Managers bleibt bei Aktien neutral, mit leichtem Übergewicht in den USA und in Schwellenländern, wo die Bewertungen nach dem Ausverkauf wieder attraktiver erscheinen. Bei Staatsanleihen wird trotz des Renditeanstiegs an einer neutralen Haltung festgehalten, bei Krediten bleibt man leicht untergewichtet. Besonders für Schweizer Anlegerinnen und Anleger empfiehlt sich weiterhin ein Fokus auf NAV-basierte Immobilien und Infrastruktur. Die Botschaft für den August: KI bleibt ein langfristiger Wachstumstreiber, doch kurzfristig braucht es Diversifikation – etwa über Schweizer Qualitätsaktien oder US-Titel ausserhalb der Magnificent 7 – bevor die nächste Etappe der Rally einsetzen kann.


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