80 Prozent der Eltern: Mein Kind hängt zu viel am Bildschirm

Soziale Medien bereiten Schweizer Eltern zunehmend Sorgen. Laut dem aktuellen AXA Cybersorgenmonitor schätzen vier von fünf Eltern die Bildschirmzeit ihrer Kinder als zu hoch ein und der Ruf nach Verboten […]


84 Prozent der Eltern befürworten ein Smartphone-Verbot an Schulen.

84 Prozent der Eltern befürworten ein Smartphone-Verbot an Schulen.

84 Prozent der Eltern befürworten ein Smartphone-Verbot an Schulen.

Soziale Medien bereiten Schweizer Eltern zunehmend Sorgen. Laut dem aktuellen AXA Cybersorgenmonitor schätzen vier von fünf Eltern die Bildschirmzeit ihrer Kinder als zu hoch ein und der Ruf nach Verboten wird lauter.

Die Gefahren von Social Media für Kinder und Jugendliche werden derzeit intensiv diskutiert. Der AXA Cybersorgenmonitor 2026, der in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo entstanden ist, zeigt: Eltern stufen das Risiko, dass ihre Kinder problematische Inhalte konsumieren, als hoch ein. Besonders besorgt sind sie über werbliche und konsumfördernde Inhalte (74 %), unrealistische Schönheitsnormen (72 %), Falschinformationen (71 %) sowie die Verherrlichung von Reichtum und Luxus (68 %).

Influencer: Vorbilder mit zweifelhaftem Ruf

Neun von zehn Eltern sprechen regelmässig mit ihren Kindern darüber, welche Inhalte in sozialen Medien gerade beliebt sind. Zwei Drittel geben an, gut darüber informiert zu sein, was ihre Kinder konsumieren. Dabei stammen die meisten Inhalte nicht von Freundinnen und Freunden, sondern von Influencern und Content Creators. Deren Vorbildfunktion beurteilen Eltern gespalten: 43 Prozent sehen sie negativ, 35 Prozent positiv. «Eltern glauben mehrheitlich zu wissen, welche Inhalte ihre Kinder konsumieren, finden es aber schwierig zu beurteilen, welche Auswirkungen diese auf ihre Kinder haben», sagt Michael Hermann, Leiter von Sotomo.

Gleichzeitig erkennen Eltern durchaus Vorteile sozialer Medien: Sie sehen den Nutzen vor allem im Kontakt zu Freunden (60 %), im Austausch mit Gleichaltrigen (56 %) sowie in Unterhaltung und Entspannung (54 %). Nur sechs Prozent finden, soziale Medien brächten ihren Kindern gar nichts.

Konflikte zuhause sind an der Tagesordnung

79 Prozent der Eltern schätzen die Bildschirmzeit ihrer Kinder als zu hoch ein. Zwar haben nahezu alle Eltern Regeln zur Nutzung sozialer Medien festgelegt (95 %), doch 62 Prozent finden es schwierig, diese auch umzusetzen. Fast zwei Drittel der betroffenen Familien tragen mindestens gelegentlich Konflikte über die Bildschirmzeit aus. Laut Eltern verbringen Kinder mit Social-Media-Profil im Schnitt ein Viertel ihrer Freizeit mit digitalen Geräten.

Wachsende Unterstützung für Verbote

Der Ruf nach staatlicher Regulierung nimmt deutlich zu. Mittlerweile befürworten 88 Prozent ein Smartphone-Verbot an Schulen, dies sind sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige unterstützen 84 Prozent. Am stärksten gestiegen ist die Zustimmung zu einem generellen TikTok-Verbot: 71 Prozent sprechen sich dafür aus, gegenüber 55 Prozent im Jahr 2025.

«Der immer lauter werdende Ruf nach Verboten zeigt, dass eine grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung nicht mehr daran glaubt, Kinder durch individuelle Vereinbarungen schützen zu können», sagt Katrin Sprenger von der AXA. «Mit Sicherheit die schlechteste Antwort wäre, Heranwachsende, Eltern und Lehrkräfte weiter damit allein zu lassen.»


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