Cyber-Risiken bleiben auch 2026 die grösste Bedrohung für Unternehmen. Gleichzeitig gewinnen Extremwetter, geopolitische Spannungen und Risiken rund um künstliche Intelligenz deutlich an Bedeutung. Das zeigt der neue Funk Global Risk Consensus 2026.
Die internationale Risikolandschaft bleibt angespannt. Laut dem Funk Global Risk Consensus 2026 stehen Cyber-Risiken weiterhin an erster Stelle der grössten Unternehmensbedrohungen weltweit. Dahinter folgen extreme Wetterereignisse und makroökonomische Veränderungen. Handelskonflikte sowie erstmals auch Risiken im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz komplettieren die diesjährigen Top 5.
Die jährlich publizierte Analyse bündelt die wichtigsten Erkenntnisse internationaler Risikostudien und liefert einen Überblick über die zentralen Herausforderungen für Unternehmen. Die aktuellen Ergebnisse basieren auf Umfragen aus dem Jahr 2025. Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten sind daher noch nicht berücksichtigt.
Cyber-Risiken bleiben dominant
Cyber-Risiken betreffen heute praktisch sämtliche Bereiche moderner Unternehmen. Neben externen Angriffen spielen zunehmend auch interne Ursachen wie Fehlbedienungen, Fehlkonfigurationen oder technische Störungen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig steigt mit komplexeren IT- und Cloud-Umgebungen die Anfälligkeit für Ausfälle und Unterbrüche.
Die Folgen reichen von Betriebsunterbrechungen über finanzielle Schäden bis hin zu massiven Reputationsverlusten. Besonders kritisch ist dabei die zunehmende Abhängigkeit vieler Geschäftsmodelle von digitalen Prozessen und Datenstrukturen.
Klimarisiken setzen Unternehmen unter Druck
Auf Rang zwei folgen extreme Wetterereignisse. Stürme, Überschwemmungen, Hitzewellen oder andere klimabedingte Ereignisse treten häufiger und intensiver auf als noch vor wenigen Jahren. Unternehmen sehen sich dadurch nicht nur mit direkten Sachschäden konfrontiert, sondern auch mit Lieferkettenproblemen und Infrastrukturstörungen.
Produktionsunterbrüche und Verzögerungen können erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Resilienz, Prävention und Versicherbarkeit.
Wirtschaftliche Unsicherheit nimmt zu
Makroökonomische Veränderungen belegen Rang drei der wichtigsten Risiken. Inflation, steigende Zinsen und volatile Märkte erschweren die Unternehmensplanung und erhöhen den Druck auf Investitionen und Finanzierungsmöglichkeiten.
Hinzu kommen wachsende Kredit- und Liquiditätsrisiken. Viele Unternehmen müssen sich gleichzeitig mit steigenden Kosten und unsicheren Absatzmärkten auseinandersetzen.
Handelskonflikte und KI-Risiken gewinnen an Bedeutung
Geopolitische Spannungen und protektionistische Massnahmen sorgen dafür, dass Handelskonflikte ebenfalls zu den wichtigsten Unternehmensrisiken zählen. Sanktionen, regulatorische Veränderungen und eingeschränkter Marktzugang können Lieferketten und Geschäftsmodelle erheblich beeinträchtigen.
Erstmals unter den fünf grössten Risiken finden sich zudem Gefahren im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Unternehmen nutzen KI zunehmend in Entscheidungs- und Analyseprozessen. Gleichzeitig entstehen dadurch neue Herausforderungen. Fehlerhafte Daten, unzureichend trainierte Modelle oder Sicherheitslücken können Fehlentscheidungen und rechtliche Probleme verursachen. Zudem entwickelt sich die Regulierung in diesem Bereich dynamisch weiter.
Stefan Brändli, Risk Specialist Funk RiskLab, betont die wachsende Bedeutung professionellen Risikomanagements: «Risikomanagement ist längst kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmensführung. Entscheidend ist, wie gut Unternehmen vorbereitet sind und wie schnell sie reagieren können.»
Risikomanagement wird strategischer
Die Ergebnisse des Funk Global Risk Consensus zeigen deutlich, dass Risiken heute stärker miteinander vernetzt sind als je zuvor. Cyber-Angriffe, Klimafolgen, geopolitische Spannungen und technologische Entwicklungen beeinflussen sich gegenseitig und erhöhen die Komplexität für Unternehmen zusätzlich.
Damit wird Risikomanagement zunehmend zu einer strategischen Führungsaufgabe. Unternehmen müssen nicht nur auf einzelne Gefahren reagieren, sondern ihre gesamte Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen stärken.
Die Funk Gruppe wurde 1879 gegründet und ist heute international in den Bereichen Risiko-, Vorsorge- und Versicherungsmanagement tätig. In der Schweiz und Liechtenstein beschäftigt das Unternehmen rund 120 Mitarbeitende an mehreren Standorten.
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