Nullzinspolitik treibt Saron-Boom und Immobilienpreise

Der Schweizer Wohnimmobilienmarkt hat im zweiten Quartal 2026 spürbar an Fahrt gewonnen, befeuert von einer Nullzinspolitik, die insbesondere in der Deutschschweiz zu einem regelrechten Run auf Saron-Hypotheken führt. Das zeigt […]


Wohnimmobilienmarkt gewinnt im zweiten Quartal 2026 spürbar an Fahrt.

Wohnimmobilienmarkt gewinnt im zweiten Quartal 2026 spürbar an Fahrt.

Wohnimmobilienmarkt gewinnt im zweiten Quartal 2026 spürbar an Fahrt.

Der Schweizer Wohnimmobilienmarkt hat im zweiten Quartal 2026 spürbar an Fahrt gewonnen, befeuert von einer Nullzinspolitik, die insbesondere in der Deutschschweiz zu einem regelrechten Run auf Saron-Hypotheken führt. Das zeigt das aktuelle Finanzierungs- und Immobilien-Update (FIMU) von MoneyPark und PriceHubble.

Nach einem verhaltenen ersten Quartal 2026 mit Preisanstiegen von unter einem Prozent hat der Schweizer Wohnimmobilienmarkt im zweiten Quartal deutlich an Dynamik gewonnen. Sowohl Eigentumswohnungen als auch Einfamilienhäuser erreichten zur Jahresmitte neue Höchststände. Im Halbjahresvergleich stiegen die Preise für Einfamilienhäuser schweizweit um 3.7 Prozent, jene für Eigentumswohnungen um 2.4 Prozent. Im Jahresvergleich fällt das Bild noch deutlicher aus: Einfamilienhäuser verteuerten sich um 6.9 Prozent, Eigentumswohnungen um 5.9 Prozent.

Regional zeigt sich bei den Einfamilienhäusern eine wachsende Kluft: Während die Westschweiz ein Halbjahresplus von 2.0 Prozent verzeichnete, legte die Deutschschweiz um 4.2 Prozent zu. Bei den Eigentumswohnungen fällt der Unterschied moderater aus: 2.6 Prozent in der Deutschschweiz gegenüber 1.8 Prozent in der Westschweiz.

Neukäufer setzen auf Saron

Nach der starken Belebung des Neukäufermarktes im zweiten Halbjahr 2025 ist der Anteil der Neufinanzierungen im ersten Halbjahr 2026 wieder von 47 auf 37 Prozent zurückgegangen. Dieses Niveau entspricht dem ersten Halbjahr 2025. Bemerkenswert: Das Volumen bei Refinanzierungen sank um rund 5 Prozent, was als erste Auswirkung der Abschaffung des Eigenmietwerts gedeutet werden könnte.

Der eigentliche Treiber der Saison ist jedoch die Rückkehr der Saron-Hypothek. In der Deutschschweiz wurde im ersten Halbjahr rund ein Drittel des Hypothekarvolumens (32 Prozent) an den Saron angebunden und damit gleichauf mit der zehnjährigen Festhypothek. Historisch lag dieser Anteil bei unter 10 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Trend bei Neukäuferinnen und Neukäufern: Über 40 Prozent finanzierten ihren Kauf in der Deutschschweiz mit Saron, angetrieben von der Nullzinspolitik. Die Westschweiz bewegt sich gegenläufig: hier sank der Saron-Anteil von 14 auf 10 Prozent.

Sehr lange Laufzeiten verlieren derweil weiter an Attraktivität: Nur noch rund 1 Prozent des vermittelten Volumens entfällt auf Laufzeiten von elf Jahren oder mehr, der niedrigste Wert seit Jahren. Die zehnjährige Festhypothek bleibt trotzdem das beliebteste Produkt insgesamt.

Versicherungen fordern Banken heraus

Der hohe Saron-Anteil kommt vor allem den Banken zugute, die in diesem Segment traditionell stark sind: die Deutschschweiz zeigt diesen Effekt ausgeprägter als die Westschweiz. Dort dominieren mittel- und langfristige Festhypotheken, und genau hier bauen Versicherungen ihre Position aus: Mit attraktiven Konditionen bei kurzen Festhypotheken gewinnen sie in der Westschweiz zunehmend Marktanteile von den Banken zurück. Ihr Anteil am vermittelten Hypothekarvolumen liegt dort bei 25 Prozent.

Pensionskassen bleiben über beide Sprachregionen hinweg die günstigsten Anbieter bei zehnjährigen Festhypotheken, wobei sich Banken und Versicherungen preislich zunehmend annähern. Das Einsparpotenzial gegenüber dem Richtsatz ist wieder gestiegen: In der Deutschschweiz lässt sich durch einen breiten Anbietervergleich rund 40 Basispunkte sparen, in der Westschweiz rund 30 Basispunkte. Bei einer Hypothek von 750’000 Franken sind das je nach Anbieter bis zu 33’000 Franken. Gerade für Neukäuferinnen und Neukäufer, die häufig auf restriktive Vergabepolitik treffen, lohnt sich der Vergleich mehr denn je.


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