Mit der Zeitumstellung beginnt die Hochsaison der Einbrecher. Die AXA verzeichnete 2025 vier Prozent mehr Einbruchdiebstähle pro Versicherte als im Vorjahr und zahlte über 22 Millionen Franken aus – 60 Prozent mehr als 2022. Der Durchschnittsschaden erreicht einen Rekordwert, und die Zahl der Grossschäden hat sich verdoppelt.
Am Wochenende werden die Uhren zurückgestellt, abends wird es früher dunkel. Für Einbrecher ist das ein Standortvorteil. Von Oktober bis März registriert die AXA 45 Prozent mehr Einbrüche als im Sommerhalbjahr. Spitzenreiter ist der Dezember, gefolgt vom November. Am 24. und 31. Dezember zählt die grösste Schweizer Schadenversicherung jeweils mehr als doppelt so viele Fälle wie an gewöhnlichen Tagen. «Während der Feiertage, wenn viele in den Ferien oder bei Verwandten sind, haben Einbrecher leichteres Spiel», sagt Stefan Müller, Leiter Schaden Sachversicherungen bei der AXA. Am ruhigsten ist es von April bis Juni.
Genf vorne, Uri und Graubünden hinten
Auch der Wohnort entscheidet mit. Zwischen 2019 und 2025 lag das Einbruchsrisiko im Kanton Genf mit 8,4 Fällen pro Jahr und 1000 Haushalte mehr als doppelt so hoch wie der Schweizer Schnitt von 3,3. Überdurchschnittlich betroffen waren zudem die Waadt, beide Basel, der Jura, Solothurn und Neuenburg. Deutlich ruhiger lebt es sich in der Inner- und Südostschweiz: Uri und Graubünden kamen auf je einen Einbruch pro 1000 Haushalte, Glarus auf 1,2.
Teurere Beute, professionellere Täter
Seit 2020 steigt die Zahl der Einbrüche pro versichertem Haushalt jedes Jahr, 2025 lag sie 15 Prozent über dem Niveau von 2022. Warum, lässt sich aus den Daten nicht ablesen, räumt Müller ein. Klarer ist das Bild beim Schadenaufwand: Ein einzelner Fall kostete 2025 im Schnitt über 7000 Franken, 30 Prozent mehr als drei Jahre zuvor und so viel wie noch nie. Müller nennt drei Gründe: immer teurere Wertgegenstände wie Smartphones, Laptops und E-Bikes, die allgemeine Teuerung sowie deutlich mehr Grossschäden über 30’000 Franken. Von diesen verzeichnet die AXA seit 2023 rund doppelt so viele pro Jahr wie zuvor. «Solch komplexe Delikte deuten auf organisierte Strukturen hin», so Müller. Die AXA geht davon aus, dass professionell durchgeführte Einbrüche und damit die organisierte Kriminalität deutlich zugenommen haben.
Der Schlüssel ist der Schlüssel
Ein Teil des Problems ist hausgemacht. Einschleichdiebstähle, bei denen Täter durch offene Türen oder gekippte Fenster ohne Gewalt ins Haus gelangen, lassen sich mit einfachen Mitteln verhindern. Türen gehören auch bei kurzer Abwesenheit abgeschlossen, Fenster geschlossen – auch nachts. Aufmerksame Nachbarn bleiben ein unterschätzter Schutzfaktor, und Zeitschaltuhren für die Beleuchtung täuschen günstig und wirksam Anwesenheit vor.
Gegen organisierte Banden hilft das gekippte Fenster allerdings wenig. Wer Vermittler ist, hat in den kommenden Wochen einen guten Anlass, mit Kundinnen und Kunden über Versicherungssummen und Wertsachen zu sprechen, bevor der Dezember es tut.