Bewe Lab erhält Förderpreis

Der Swiss Data Science Center (SDSC) und der Kanton Waadt haben im Rahmen ihres zweiten Förderaufrufs vier Projekte aus 57 Eingaben ausgewählt. Im Rahmen der auf 7,5 Millionen Franken angelegten […]


Bewe Lab's gamifizierte App hilft Heisshunger und Suchtverhalten zu reduzieren.

Bewe Lab's gamifizierte App hilft Heisshunger und Suchtverhalten zu reduzieren.

Bewe Lab's gamifizierte App hilft Heisshunger und Suchtverhalten zu reduzieren.

Der Swiss Data Science Center (SDSC) und der Kanton Waadt haben im Rahmen ihres zweiten Förderaufrufs vier Projekte aus 57 Eingaben ausgewählt. Im Rahmen der auf 7,5 Millionen Franken angelegten Partnerschaft (2024–2028) erhalten die Projekte technische Unterstützung des SDSC sowie kantonale Fördergelder.

Der Swiss Data Science Center (SDSC) und der Kanton Waadt haben im Rahmen ihres zweiten Förderaufrufs vier Projekte aus 57 Eingaben ausgewählt. Im Rahmen der auf 7,5 Millionen Franken angelegten Partnerschaft (2024–2028) erhalten die Projekte technische Unterstützung des SDSC sowie kantonale Fördergelder, verteilt über jährlich 1,5 Millionen Franken zwischen 2025 und 2028. Ziel ist es, Datenwissenschaft und KI von Life Sciences über Industrie bis zu Energie und digitaler Transformation in der Waadtländer Wirtschaft zu verankern.

Vier Projekte, vier Branchen

Der Druckmaschinenhersteller Bobst entwickelt ein System zur vorausschauenden Wartung, das zentrale Maschinenkomponenten in Echtzeit überwacht und Ausfälle frühzeitig erkennen soll, mit dem Ziel, Störungen und Reparaturen um ein Drittel zu reduzieren. Perivision optimiert eine VR-gestützte Plattform zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Glaukomen, gestützt auf Daten des Berner Inselspitals. Die Waadtländer Kantonsverwaltung baut mit «ParlAnalytics» ein KI-gestütztes System für den transparenteren Umgang mit parlamentarischen Vorstössen auf.

Bewe Lab: Vom Förderprojekt zum internationalen Player

Besonders interessant für die Versicherungsbranche ist das vierte Projekt: Die 2024 in Fribourg gegründete Startup Bewe Lab entwickelt eine gamifizierte App, die über neurowissenschaftlich fundiertes «Brain Retraining» Heisshunger und Suchtverhalten reduzieren soll. Dies geschieht ganz ohne Willenskraft, sondern durch gezieltes Umtrainieren des Belohnungssystems im Gehirn. Die Zusammenarbeit mit dem SDSC dient dazu, die Datenanalyse der App weiter zu verfeinern.

Bewe ist dabei bereits deutlich weiter, als es die Rolle als eines von vielen Förderprojekten vermuten lässt, thebrokernews hat darüber berichtet. Das patentierte Verfahren stützt sich auf 15 Jahre Forschung und wurde in vier randomisiert-kontrollierten Studien mit über 550 Teilnehmenden mit einer Reduktion des Konsums um 28 Prozent und 50 Prozent weniger gescheiterten Diätenvalidiert validiert. Eine kürzlich in der Fachzeitschrift Imaging Neuroscience veröffentlichte Studie von Spierer und Kollegen liefert dazu die neurophysiologische Erklärung: Ein sogenanntes Go/NoGo-Training verändert messbar die Gehirnreaktion auf Reizsignale und reduziert deren subjektive Attraktivität. Dieser Mechanismus beruht auf inhibitorischer Kontrolle und assoziativer Abwertung.

Das Unternehmen, geleitet vom Seriengründer Frederik Plourde (CEO) und Neurowissenschaftler Prof. Lucas Spierer (CSO), gewann 2026 den Pfizer Research Prize und ist mittlerweile mit über 13’000 Nutzenden und mehr als zehn strategischen Partnerschaften aktiv: darunter Stanford Medicine in den USA, die CSS in der Schweiz und Johnson & Johnson in den Benelux-Ländern. Diese Kooperation mit einem Krankenversicherer ist auch der Grund, warum Bewe kürzlich an der Swiss Roadshow 2026 des Swiss InsurTech Hub in Zürich teilnahm, wo Startups mit Versicherern wie Swiss Re, Zurich, Helvetia und AXA zusammengebracht wurden.

«Die Zusammenarbeit mit dem SDSC bietet privaten und öffentlichen Akteuren im Kanton eine einmalige Chance, KI-Projekte zu entwickeln», so Raphaël Conz vom kantonalen Amt für Wirtschaftsförderung und Innovation. Parallel dazu unterstützt ein Schulungsprogramm mit UNIL und HEIG-VD weitere 14 Unternehmen und Institutionen dabei, in sechs Monaten einen ersten KI-Prototypen zu entwickeln.


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