Die Schadenstatistik der AXA zeigt: Unwetterschäden verteilen sich höchst ungleich über die Schweizer Kantone und die Ereignisse werden kurzfristiger und intensiver.
Die AXA, grösste Schweizer Schadenversicherung, verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 rund 11’000 Unwetterschäden: ein Wert im langjährigen Mittel. Verantwortlich für einen Grossteil der Kosten war der Hagelsturm vom 9. Juni im Tessin. Die Saison, die üblicherweise bis September dauert, begann spät: Der Mai blieb ruhig.
Über die letzten dreissig Jahre beliefen sich die jährlichen Unwetterschäden an Fahrzeugen, Gebäuden und Hausrat auf durchschnittlich 115 Millionen Franken bei enormen Schwankungen zwischen den Jahren, von 61 Millionen (2020) bis 291 Millionen Franken (2021).
Kürzer, aber intensiver
Stefan Müller, Leiter Schaden Sachversicherungen bei der AXA, beobachtet einen Wandel im Schadenbild: Unwetter treten heute kurzfristiger auf, dafür deutlich intensiver und mit kräftigeren Windböen, mehr Starkregen und grösseren Hagelkörnern, oft lokal begrenzt.
Tessin als Hotspot
Hagelschäden an Autos bilden den grössten Kostentreiber. Besonders betroffen sind die Kantone Tessin, Jura, Neuenburg, Bern und Nidwalden, während Genf, Thurgau und Schaffhausen kaum Hagelschäden verzeichnen. Beim Blitzschlag liegt das Risiko im Tessin sogar achtmal höher als im Rest der Schweiz: im Vergleich zu Basel-Land, Waadt und Genf gar über zwanzigmal höher. Grund ist die feuchtwarme Mittelmeerluft, die an der Alpenkette zu starken Gewitterzellen führt.
Überschwemmungen wiederum treffen den Kanton Schwyz am häufigsten, gefolgt von Solothurn, Luzern, Schaffhausen und Aargau. Nidwalden, Waadt, Basel-Land, Uri und Graubünden blieben weitgehend verschont.
Einheitliche Prämien trotz regionaler Unterschiede
Ungeachtet dieser Unterschiede gelten dank der gesetzlich geregelten Elementarschadenversicherung landesweit einheitliche Prämien. Über den Elementarschadenpool gleichen die Versicherer Schäden zudem untereinander aus. Dies ist ein laut Müller weltweit einzigartiges System.
Vorsorge zahlt sich aus
Die AXA rät bei drohendem Unwetter zu einfachen Massnahmen: lose Gegenstände sichern, Storen hochziehen, bei Starkregen Fenster schliessen und Abläufe freihalten, Fahrzeuge bei Hagel unterstellen. Ein oft unterschätztes Detail: Rollläden sind bei Hagel gefährdeter als Fensterscheiben.
Zusätzlich engagiert sich die AXA in der Prävention: Mit Unterstützung der AXA Foundation for Human Progress hat die Universität Genf einen Lehrstuhl zur Erforschung klimabedingter Naturrisiken im Alpenraum geschaffen.