Die Hypothekarzinsen in der Schweiz bewegen sich laut Money-Park weiterhin auf attraktivem Niveau. Der starke Franken dämpft die Inflation und stabilisiert den Markt. Doch geopolitische Risiken und steigende Energiepreise könnten die Lage in der zweiten Jahreshälfte verändern.
Seit dem vergangenen Sommer bewegen sich die Hypothekarzinsen in der Schweiz weitgehend seitwärts. Die Schwankungen bleiben gering und liegen im Bereich von rund 20 Basispunkten. Zuletzt sind die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken sogar leicht zurückgegangen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der starke Schweizer Franken. Er dämpft importierte Inflation und wirkt damit stabilisierend auf das Zinsniveau. Gleichzeitig zeigt sich eine ausgeprägte Differenz zwischen kurzen und langen Laufzeiten. Dies ist ein Zeichen für die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung.
Fünfjährige Laufzeiten besonders gefragt
Die steile Zinskurve beeinflusst auch die Nachfrage nach Hypotheken. Besonders beliebt sind derzeit Laufzeiten von rund fünf Jahren.
Auch Saron-Hypotheken bleiben gefragt. Viele Kreditnehmende setzen darauf, zu einem späteren Zeitpunkt in noch günstigere Festhypotheken wechseln zu können.
Hypothekargeber bleiben vorsichtig
Auf der Angebotsseite zeigt sich weiterhin Zurückhaltung. Banken, Versicherungen und Pensionskassen vergeben Hypotheken selektiv, da Refinanzierungen teuer bleiben und Spargelder knapp sind.
Entsprechend hoch bleiben die Margen im Hypothekargeschäft. Weitere Kostensteigerungen bei der Refinanzierung würden voraussichtlich direkt an die Kreditnehmenden weitergegeben.
Leitzins vorerst unverändert
Die Inflation in der Schweiz bleibt sehr niedrig. Im Februar lag die Teuerung bei lediglich 0,1 Prozent und damit klar im Zielbereich der Schweizerischen Nationalbank.
Viele Marktteilnehmer rechnen deshalb kurzfristig nicht mit einer Änderung des Leitzinses und erwarten zunächst eine längere Phase stabiler Zinsen.
Geopolitik könnte Zinsen treiben
Unsicherheit bringt vor allem die geopolitische Lage. Ein länger anhaltender Konflikt im Nahen Osten könnte die Energiepreise weiter steigen lassen und weltweit Inflationsdruck erzeugen.
Sollten grosse Zentralbanken darauf mit Zinserhöhungen reagieren, könnte dies auch Auswirkungen, möglicherweise bereits in der zweiten Jahreshälfte, auf die Schweiz haben.
Vergleich bleibt zentral
Für Hypothekarnehmende bleibt das aktuelle Umfeld attraktiv. Entscheidend ist jedoch ein breiter Vergleich der Anbieter.
Angesichts teilweise deutlich unterschiedlicher Margen lassen sich durch Verhandlungen und Anbieterwechsel weiterhin substanzielle Einsparungen erzielen.