KI im KMU-Alltag: viel Nutzung, wenig Umsturz

Die neue AXA-Arbeitsmarktstudie zeichnet ein nüchternes Bild: Drei von vier Schweizer KMU setzen künstliche Intelligenz mittlerweile ein, doch die grosse Zäsur bleibt aus. Zwei Drittel sehen keinen Handlungsbedarf für ihr […]


41 Prozent der KMU sehen in der KI eine Chance, nur 15 Prozent eine Bedrohung.

41 Prozent der KMU sehen in der KI eine Chance, nur 15 Prozent eine Bedrohung.

41 Prozent der KMU sehen in der KI eine Chance, nur 15 Prozent eine Bedrohung.

Die neue AXA-Arbeitsmarktstudie zeichnet ein nüchternes Bild: Drei von vier Schweizer KMU setzen künstliche Intelligenz mittlerweile ein, doch die grosse Zäsur bleibt aus. Zwei Drittel sehen keinen Handlungsbedarf für ihr Geschäftsmodell, nur jedes neunte Unternehmen rechnet mit Stellenabbau.

Nach dem Sprung von 2024 auf 2025, als der Anteil der KI-nutzenden oder -erprobenden KMU von 55 auf 71 Prozent kletterte, hat sich die Verbreitung stabilisiert. Aktuell integrieren 35 Prozent der KMU künstliche Intelligenz bewusst in ihre Prozesse, 39 Prozent erproben sie, 26 Prozent nutzen sie noch nicht. Die Phase der Erstadoption gilt damit als abgeschlossen.

Von der Übersetzung zur Datenanalyse

Sprach- und Kommunikationsaufgaben dominieren weiterhin: Übersetzungen (47 %), Korrespondenz (42 %) und Werbetexte (35 %) führen die Liste an. Die stärksten Zuwächse zeigen sich aber bei anspruchsvolleren Anwendungen wie Optimierung von Arbeitsschritten (von 23 auf 35 %), Datenanalysen (22 auf 34 %) und Bildgenerierung (21 auf 28 %). Auffällig stagniert dagegen der Einsatz im direkten Kundenkontakt: Personalisierte Werbung (16 %) und Support (17 %) bewegen sich seit 2024 kaum. Kathrin Braunwarth, Leiterin DTI der AXA Schweiz, führt dies auf mangelndes Vertrauen zurück, der Grundsatz «Human in the loop» bleibt gerade im Kundenkontakt bestimmend.

Kein Stellenabbau in Sicht

Trotz vielfältigerer Nutzung erwarten KMU keine grossen personellen Umwälzungen. Fast die Hälfte rechnet mit Zeitersparnis ohne Stellenabbau, nur zwölf Prozent gehen von Personalreduktion aus. Dies ist ein über drei Erhebungsjahre stabiler Wert. Braunwarth sieht die eigentliche Führungsaufgabe darin, die vielen kleinen Effizienzgewinne zu bündeln und in echten Mehrwert zu verwandeln.

Chance ja, Euphorie nein

41 Prozent der KMU sehen in der KI-Entwicklung eine Chance, nur 15 Prozent eine Bedrohung, 44 Prozent bleiben neutral. Grössere Unternehmen urteilen positiver als kleine (41 respektive 33 %), vermutlich, weil sie über mehr Integrationskapazität verfügen. Nur ein Drittel der KMU erwartet eine fundamentale Veränderung der Arbeitswelt, und lediglich 31 Prozent sehen Anpassungsbedarf beim eigenen Geschäftsmodell. Für die Mehrheit gilt: KI optimiert bestehende Abläufe, stellt das Geschäftsmodell aber nicht grundsätzlich infrage.

Für die Studie befragte das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der AXA vom 11. bis 18. März 2026 insgesamt 336 KMU aus der Deutsch- und Westschweiz.


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