Krankentaggeld unter Kostendruck

Steigende Fehlzeiten und insbesondere psychische Erkrankungen treiben die Kosten der Krankentaggeldversicherung, mit spürbaren Folgen für Unternehmen und Versicherer, in die Höhe. Die Krankentaggeldversicherung ist ein zentrales Instrument zur Absicherung von […]


Krankentaggeld unter Kostendruck. Bild: KI generiert.

Krankentaggeld unter Kostendruck. Bild: KI generiert.

Krankentaggeld unter Kostendruck. Bild: KI generiert.

Steigende Fehlzeiten und insbesondere psychische Erkrankungen treiben die Kosten der Krankentaggeldversicherung, mit spürbaren Folgen für Unternehmen und Versicherer, in die Höhe.

Die Krankentaggeldversicherung ist ein zentrales Instrument zur Absicherung von Lohnfortzahlungen bei Krankheit. In der Schweiz sind rund 84 Prozent der Beschäftigten entsprechend versichert. Meist schliessen Arbeitgeber kollektive Lösungen ab, die über die gesetzliche Lohnfortzahlung hinausgehen und Einkommen über längere Zeiträume absichern.

Kosten steigen mit den Absenzen

Seit Jahren nehmen krankheitsbedingte Fehlzeiten zu. Laut Daten des Bundesamt für Statistik fehlten Beschäftigte zuletzt im Schnitt 8,5 Tage pro Jahr. Besonders ins Gewicht fallen psychische Erkrankungen, die häufig lange Ausfälle verursachen. Studien zeigen, dass entsprechende Krankschreibungen oft mehrere Monate dauern und damit deutlich kostenintensiver sind als körperlicanhe Erkrankungen. Entsprechend steigen auch die Leistungen und Prämien in der Taggeldversicherung.

Prämien folgen der Risikologik

Die Versicherer müssen ihre Prämien an die tatsächlichen Risiken anpassen. Steigende Gesundheitskosten und längere Absenzen führen deshalb zwangsläufig zu höheren Beiträgen. Die Schadenquoten bewegen sich gemäss Aufsichtsdaten bereits auf hohem Niveau, was den Anpassungsdruck zusätzlich erhöht.

Herausforderungen für kleinere Betriebe

Besonders kleine Unternehmen sind von steigenden Kosten betroffen. Einzelne Langzeitabsenzen können die Risikoeinschätzung stark verändern und zu deutlichen Prämienerhöhungen führen. In seltenen Fällen kann dies sogar dazu führen, dass Verträge nicht verlängert werden. Solche Fälle bleiben jedoch die Ausnahme.

Debatte um ein Obligatorium

Politisch wird vereinzelt ein Obligatorium für die Krankentaggeldversicherung diskutiert. Branchenvertreter sehen darin jedoch keine nachhaltige Lösung. Ein umfassender Risikoausgleich könnte Fehlanreize setzen und Unternehmen mit gutem Gesundheitsmanagement benachteiligen. Zudem würde die unternehmerische Freiheit eingeschränkt, individuelle Lösungen zu wählen.

Prävention als Schlüssel

Als wirksamster Ansatz gilt die Reduktion von Absenzen selbst. Betriebliches Gesundheitsmanagement und gezielte Wiedereingliederung können Ausfälle verkürzen oder verhindern. Initiativen wie Compasso setzen genau hier an, indem sie die Rückkehr in den Arbeitsprozess fördern und Teilzeitarbeitsfähigkeit stärken.


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