PwC Schweiz und das Zuger FinTech vertX IQ spannen zusammen: Aktuarielle Beratung trifft auf eine datengetriebene SaaS-Plattform. Pensionskassen sollen sich künftig nicht mehr im Rhythmus periodischer ALM-Studien steuern, sondern auf Basis laufend aktualisierter Daten.
Volatile Märkte, eine Arbeitswelt im Umbruch und eine sich ständig verschiebende Datenlage: Die Organe von Pensionskassen und Sammelstiftungen entscheiden unter zunehmend schwierigen Bedingungen. Hier setzt die Kooperation an. PwC bringt Beratungs-, versicherungsmathematische und Pensionskassen-Expertise ein, vertX IQ eine Plattform, die Asset- und Liability-Daten sowie operative Kennzahlen aus verschiedensten Quellen zusammenführt. Fragmentierte Tools, statische Reportings und periodische ALM-Zyklen sollen so durch eine kontinuierliche Entscheidungsfindung ersetzt werden, mit Daten im Tages-, Monats- und Quartalstakt.
Die modulare Software kann bestehende MIS-Cockpits automatisieren und lässt sich um Controlling, Risikosimulationen oder einen Entscheidungskompass erweitern. PwC steht bei Bedarf auch als zugelassener Pensionskassen-Experte (SKPE) zur Verfügung. Dabei gilt das Prinzip «the human in the loop». Echtzeitdaten ersetzen keine Verantwortung, sie erhöhen allenfalls den Anspruch an jene, die sie tragen.
Ein KI-Assistent mit Gedächtnis
Erste gemeinsame Innovation ist ein KI-Assistent, der in einer sicheren Umgebung mit integriertem MCP-Server die gesamte Datenhistorie einer Pensionskasse abfragbar macht, einschliesslich Sitzungsprotokollen. «Das ist erst der Anfang unserer gemeinsamen Innovationen», sagt Alfred Widmer, Co-CEO von vertX IQ.
Wer sich je durch zehn Jahre Protokolle gearbeitet hat, ahnt den Nutzen. Die Governance-Fragen rund um Datenzugriff, Nachvollziehbarkeit und Haftung werden die Branche allerdings noch eine Weile beschäftigen. Weitere gemeinsame Lösungen sind geplant.