Schweizer KMU trotzen der Unsicherheit

Trotz Zöllen, steigenden Kosten und Fachkräftemangel blicken Schweizer KMU überraschend zuversichtlich in die Zukunft. Das zeigt die neue AXA-Arbeitsmarktstudie, die gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Sotomo erstellt wurde: 86 Prozent der […]


Schweizer KMU blicken trotz Zöllen, steigenden Kosten und Fachkräftemangel zuversichtlich in die Zukunft.

Schweizer KMU blicken trotz Zöllen, steigenden Kosten und Fachkräftemangel zuversichtlich in die Zukunft.

Schweizer KMU blicken trotz Zöllen, steigenden Kosten und Fachkräftemangel zuversichtlich in die Zukunft.

Trotz Zöllen, steigenden Kosten und Fachkräftemangel blicken Schweizer KMU überraschend zuversichtlich in die Zukunft. Das zeigt die neue AXA-Arbeitsmarktstudie, die gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Sotomo erstellt wurde: 86 Prozent der befragten Unternehmen glauben, dass es sie auch in zehn Jahren noch geben wird. Gleichzeitig offenbart die Studie einen bemerkenswerten Vertrauensverlust gegenüber den USA als Wirtschafts- und Innovationsstandort.

Für 65 Prozent der KMU sind steigende Kosten der wichtigste wirtschaftliche Belastungsfaktor, deutlich vor Konkurrenzdruck und abnehmender Kundenloyalität. Besonders exportorientierte Betriebe reagieren darauf: Sie diversifizieren ihre Absatzmärkte und Lieferketten, um sich gegen Schwankungen abzusichern. Bei den amerikanischen Zöllen zeigt sich ein klares Gefälle. Vier von zehn stark auslandabhängigen KMU sehen darin einen bedeutsamen Umbruch, bei binnenorientierten Betrieben sind es nur rund halb so viele.

USA verlieren an Ansehen, Schweiz und China gewinnen

Nur noch 31 Prozent der KMU halten die USA für innovationsstark. China kommt auf 45 Prozent, die Schweiz liegt mit 63 Prozent an der Spitze. Auch wirtschaftlich rechnen die Unternehmen mit einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse: Während knapp die Hälfte der KMU dem Standort Schweiz und China künftig mehr Bedeutung zutraut, gehen bei den USA nur 19 Prozent von wachsendem Einfluss aus. Sotomo-Geschäftsführer Michael Hermann vermutet, dass die politischen Turbulenzen der letzten Jahre das Vertrauen in die amerikanische Innovationskraft beschädigt haben.

Ein verwandtes Thema treibt viele Betriebe zusätzlich um: die Abhängigkeit von US-amerikanischen IT-Lösungen. 57 Prozent der KMU äussern diesbezüglich Bedenken, gehandelt hat bislang aber nur eine Minderheit. Die grösste Gruppe verharrt trotz Sorgen im Status quo.

Fachkräftemangel trifft die Industrie besonders hart

41 Prozent der Unternehmen nennen den Arbeitskräftemangel weiterhin als grösste Herausforderung. Im produzierenden Gewerbe hat sich die Lage seit 2022 deutlich verschärft: Der Anteil der Betriebe mit Rekrutierungsproblemen stieg von 45 auf 65 Prozent, obwohl die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum gestiegen ist. AXA-Unternehmenskundenchef Reinhard Schmid spricht von einem allgemeinen Arbeitskräfteproblem, das über den reinen Fachkräftemangel hinausgeht.

Lehre statt Studium

Bei der Nachwuchsförderung setzen KMU zunehmend auf die Berufslehre. 63 Prozent würden Schulabgängerinnen und -abgängern eher zu einer Lehre raten, ein Drittel der Betriebe will künftig weniger Akademikerinnen und Akademiker einstellen. Für zwei Drittel der Unternehmen ist ein Hochschulabschluss auch keine Voraussetzung mehr für eine Führungsposition. Im Produktionssektor gilt das für fast vier von fünf Betrieben.


Tags: #Fachkräftemangel #Lehre #Schweizer KMU #Standortentwicklung #Steigende Kosten #Unsicherheit #USA #Zölle