Schweizer Wohnträume: Jung, städtisch – und unzufrieden

Die Wohntraumstudie 2026 zeigt eine wachsende Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Besonders junge Stadtmieter träumen vom Eigenheim auf dem Land, doch der Zugang bleibt schwierig. Der Wohntraum der Schweizer Bevölkerung […]


Schweizer Hypothekarzinsen bewegen sich auf tiefem Niveau.

Schweizer Wohnträume: Jung, städtisch – und unzufrieden

Schweizer Wohnträume: Jung, städtisch – und unzufrieden

Die Wohntraumstudie 2026 zeigt eine wachsende Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Besonders junge Stadtmieter träumen vom Eigenheim auf dem Land, doch der Zugang bleibt schwierig.

Der Wohntraum der Schweizer Bevölkerung bleibt stabil: 43 Prozent möchten am liebsten auf dem Land leben, die Hälfte träumt vom freistehenden Einfamilienhaus. Die Realität sieht anders aus. Nur bei 63 Prozent der Städterinnen und Städter stimmt die aktuelle mit der bevorzugten Wohnumgebung überein. Die Zufriedenheit in der Stadt ist entsprechend am tiefsten. Nur 41 Prozent sind sehr zufrieden, verglichen mit 58 Prozent auf dem Land.

Besonders ausgeprägt ist die Diskrepanz bei den 25- bis 40-Jährigen in Stadtwohnungen. Sie sind am unzufriedensten und gleichzeitig am kaufwilligsten. «Viele Menschen würden lieber ländlicher wohnen, ziehen aber wegen Arbeitsplätzen und Infrastruktur in die Zentren», erklärt Lukas Vogt, CEO von MoneyPark.

Junge sparen fleissig, Hürden bleiben hoch

Über 70 Prozent der 25- bis 40-Jährigen wünschen sich ein Eigenheim. Vier von fünf sparen planmässig, knapp die Hälfte davon explizit für Wohneigentum. Dennoch glaubt ein Drittel der Kaufinteressierten, die Finanzierungskriterien nicht zu erfüllen. Das durchschnittliche Kaufalter liegt heute bei über 40 Jahren, und für die Hälfte der Haushalte ist der Traum nur mit Pensionskassengeldern realisierbar.

Verschärft wird die Lage durch rückläufige Verkaufsabsichten: Nur 16 Prozent der Eigentümer planen, ihr Eigenheim in den nächsten acht Jahren zu verkaufen.

Eigenmietwert-Abschaffung ohne Renovationsboom

Die beschlossene Abschaffung des Eigenmietwerts per 2029 zeigt erste Effekte. 54 Prozent der Eigentümer planen Investitionen in den nächsten zwei Jahren, dies ist ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Der erwartete Renovationsboom bleibt jedoch aus. Profitieren dürften Sanitärfirmen und Küchenbauer, da werterhaltende Massnahmen noch steuerlich absetzbar sind.

Röstigraben beim Sparverhalten

In der Westschweiz ist der Wunsch nach Eigenheim mit 51 Prozent stärker ausgeprägt als in der Deutschschweiz mit 42 Prozent. Beim Sparen zeigt sich das umgekehrte Bild: 66 Prozent der Deutschschweizer sparen planmässig, in der Romandie nur 53 Prozent. Entsprechend ist die Offenheit für staatliche Eingriffe in der Westschweiz mit 65 Prozent deutlich höher.

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