Stau im Kopf: Im Verkehr nerven vor allem die anderen

Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ärgert sich mehrmals pro Woche oder täglich über andere Verkehrsteilnehmende. Das zeigt der AXA Mobilitätstacho 2026. Am zufriedensten sind die Velofahrenden, am erschöpftesten die […]


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Sitzt das Problem im anderen Fahrzeug?

Sitzt das Problem im anderen Fahrzeug?

Sitzt das Problem im anderen Fahrzeug?

Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ärgert sich mehrmals pro Woche oder täglich über andere Verkehrsteilnehmende. Das zeigt der AXA Mobilitätstacho 2026. Am zufriedensten sind die Velofahrenden, am erschöpftesten die ÖV-Pendler.

Die Hälfte der Bevölkerung ist an einem normalen Wochentag mindestens eine Stunde unterwegs, 17 Prozent sogar zwei Stunden oder mehr. Das Auto bleibt mit 41 Prozent das wichtigste Hauptverkehrsmittel, gefolgt vom ÖV (24 %), dem Fussweg (20 %) sowie Velo und E-Bike (zusammen 13 %). Erstellt wurde der Mobilitätstacho zum vierten Mal gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Sotomo.

Das Problem sitzt im anderen Fahrzeug

26 Prozent ärgern sich mehrmals pro Woche, 23 Prozent täglich über andere. Im Strassenverkehr ist die Gereiztheit deutlich höher als im ÖV. Nach Stau und vollen Strassen stört Autofahrende vor allem dichtes Auffahren (63 %), Ablenkung am Steuer (59 %), fehlendes Blinken (57 %) und zu langsames Fahren (51 %). Velofahrende und Fussgänger beklagen rücksichtsloses Verhalten und zu hohes Tempo der Autos, während Velos und E-Bikes ihrerseits Autofahrende und Fussgänger nerven. Im ÖV sind es vor allem lautes Telefonieren oder Medienkonsum ohne Kopfhörer, die fast drei Viertel verärgern, gefolgt von liegengelassenem Müll (68 %) und Füssen auf den Sitzen (55 %).

«Wer gestresst fährt, sich schnell aufregt oder aggressiv reagiert, ist weniger konzentriert und macht beim Fahren mehr Fehler», warnt Luca Genovese, Leiter Forschung & Prävention bei AXA.

Angst vor den anderen, nicht vor sich selbst

Die meisten fühlen sich im Verkehr sicher, am ehesten zu Fuss (89 %), im ÖV (86 %) und im Auto (83 %). Auf dem Zweirad sieht es anders aus: Drei von vier Velo- und E-Bike-Fahrenden fürchten eher, von anderen in einen Unfall verwickelt zu werden, als selbst einen zu verursachen. Über alle Gruppen hinweg gilt: Man misstraut den anderen mehr als dem eigenen Können. Passend dazu sitzen 66 Prozent lieber selbst am Steuer, bei den Männern 80 Prozent, bei den Frauen 52 Prozent.

Glücklich auf dem Velo, müde im Zug

Velofahrende sind mit ihrem Verkehrsmittel am zufriedensten, auch Autofahrende sind überwiegend zufrieden. Bei ÖV-Nutzenden und Fussgängern würde dagegen jeweils fast die Hälfte lieber anders unterwegs sein. ÖV-Pendler wären am liebsten im Auto. 71 Prozent empfinden ihre Mobilität als wertvolle Zeit, doch die Hälfte fühlt sich dadurch zumindest etwas belastet, ÖV-Nutzende am häufigsten.

Grüne Ansprüche an die anderen

Vier von zehn haben wegen der Umweltwirkung ihrer Mobilität gelegentlich ein schlechtes Gewissen, 35 Prozent haben im letzten Jahr aus Umweltgründen auf eine Reise verzichtet oder ein anderes Ziel gewählt. Aufschlussreich ist die Kluft zwischen Erwartung und Eigenleistung: 70 Prozent finden, die Bevölkerung solle ihr Mobilitätsverhalten klimafreundlicher gestalten. Selbst dazu bereit sind nur 52 Prozent. Auch hier sind es also vor allem die anderen.

Zur Studie: Repräsentative Online-Befragung von 1788 Personen ab 18 Jahren in der Deutsch- und Westschweiz, durchgeführt vom 9. bis 20. April 2026.


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