Die Zahl der gemeldeten Fahrzeugdiebstähle steigt bei der AXA Schweiz wieder an und mit ihr die Schadenssummen. Besonders betroffen sind urbane Regionen und Grenzkantone.
Die AXA Schweiz registriert eine spürbare Zunahme von Autodiebstählen im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie. Mittlerweile werden jährlich fast 400 Fälle gemeldet. Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Trend zu höheren Schadensummen: Ein einzelner Diebstahl kostete im vergangenen Jahr durchschnittlich knapp 14’000 Franken. Über die letzten zehn Jahre lag dieser Wert noch bei rund 10’000 Franken.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die steigende Qualität und Ausstattung der Fahrzeuge auf Schweizer Strassen. Moderne, hochpreisige Autos geraten zunehmend ins Visier organisierter Täter. Entsprechend hat sich auch die Gesamtbelastung für den Versicherer erhöht: Rund fünf Millionen Franken zahlte die AXA im vergangenen Jahr für Autodiebstähle. Dies ist nahezu doppelt so viel wie in den Jahren vor der Pandemie.
Regionale Unterschiede deutlich sichtbar
Auch wenn Autodiebstahl insgesamt ein vergleichsweise seltenes Schadenereignis bleibt, zeigen sich markante regionale Unterschiede. Besonders betroffen sind die Kantone Genf, Waadt sowie Basel-Stadt. Dort liegt die Schadenfrequenz – gemessen an gestohlenen Fahrzeugen pro versicherte Autos – deutlich über dem Schweizer Durchschnitt.
Im Tessin liegt die Quote ebenfalls leicht über dem Mittel, während der Kanton Zürich darunter bleibt. Besonders geringe Risiken bestehen in ländlicheren Regionen wie Obwalden oder Glarus.
Als Hauptursachen gelten die Nähe zu Landesgrenzen sowie die höhere Fahrzeugdichte in urbanen Zentren. Diese Faktoren begünstigen sowohl die Aktivitäten organisierter Banden als auch die Gelegenheit für Diebstähle.
Teure Marken im Fokus der Täter
Ein Blick auf die betroffenen Fahrzeugmarken zeigt ein klares Muster: Hochpreisige Modelle stehen besonders im Fokus. Fahrzeuge der Marke Land Rover weisen eine mehr als vierfach erhöhte Diebstahlwahrscheinlichkeit im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt auf. Auch Alfa Romeo, Porsche sowie Audi, BMW und Mercedes-Benz gehören zu den bevorzugten Zielobjekten.
Deutlich weniger betroffen sind hingegen Marken wie Tesla, Suzuki, Subaru oder Skoda. Auch hier bestätigt sich die Tendenz: Der potenzielle Wiederverkaufswert spielt eine zentrale Rolle bei der Auswahl der Fahrzeuge durch die Täter.
Technologie als Risiko und als Schutz
Die häufigsten Diebstahlmethoden basieren laut AXA auf dem Kopieren oder Abfangen von Autoschlüsseln sowie der Manipulation von Keyless-Go-Systemen. Diese Technologien erleichtern zwar den Komfort für Fahrzeughalter, eröffnen aber gleichzeitig neue Angriffspunkte.
Entsprechend gewinnt die Prävention an Bedeutung. Eine sichere Aufbewahrung der Fahrzeugschlüssel, das Vermeiden sichtbarer Ablageorte sowie zusätzliche Schutzmassnahmen wie Alarmanlagen, Lenkradsperren oder elektronische Wegfahrsicherungen können das Risiko deutlich reduzieren. Gerade im Ausland empfiehlt sich zudem das Parkieren auf überwachten Flächen und die bewusste Kontrolle, ob das Fahrzeug tatsächlich verriegelt ist.
Die Entwicklung zeigt klar: Autodiebstahl bleibt in der Schweiz zwar ein seltenes Ereignis, entwickelt sich jedoch zunehmend zu einem kostenintensiven Risiko sowohl für Versicherer als auch für Fahrzeughalter.