Swiss Medical Network, eine der beiden führenden privaten Klinikgruppen der Schweiz, setzt ab sofort gruppenübergreifend auf KI-gestützte Dokumentation. Mit der Plattform Heidi übernimmt die Gruppe nach eigenen Angaben eine Pionierrolle bei der Integration von künstlicher Intelligenz in den klinischen Alltag und verspricht sich davon bis zu zwei Stunden weniger administrative Arbeit pro Ärztin und Arzt täglich.
Klinische Dokumentation, Berichte und Abrechnungsunterlagen beanspruchen einen erheblichen Teil der ärztlichen Arbeitszeit. Nach einer intensiven Evaluationsphase hat sich Swiss Medical Network für Heidi als strategischen Partner entschieden. Swiss Medical Network betreibt schweizweit 19 Kliniken und Spitäler sowie über 80 ambulante Zentren in 16 Kantonen.
Die Plattform transkribiert Konsultationen in Echtzeit, strukturiert sie und bereitet sie als Entwurf für die ärztliche Dokumentation auf. Diagnose, Interpretation und Therapieentscheidung bleiben dabei vollständig in der Verantwortung der Ärzteschaft. Oscar Matzinger, Chief Medical Officer von Swiss Medical Network, bringt den Effekt auf den Punkt: Früher sei nach einem vollen Arbeitstag oft noch ein bis zwei Stunden administrative Arbeit übriggeblieben. Diese Belastung sei nun fast verschwunden.
Schnelle Akzeptanz, hohe Datenschutzanforderungen
Für den Erfolg der Einführung war laut Swiss Medical Network die rasche Akzeptanz in den medizinischen Teams entscheidend. Anders als bei vielen IT-Projekten im Gesundheitswesen habe Heidi von Beginn an offene Türen vorgefunden, weil sich der Nutzen im Alltag unmittelbar bemerkbar mache. Gleichzeitig stellt die Klinikgruppe hohe Anforderungen an Datenschutz und Patientensicherheit: Sämtliche Sprachaufzeichnungen werden nach der Transkription umgehend gelöscht, und alle KI-generierten Entwürfe werden vor der Ablage ärztlich geprüft und freigegeben. Die Lösung erfülle das Schweizer Datenschutzgesetz sowie die Medizinprodukteverordnung vollumfänglich. CIO Patrick Bizeau betont, man zwinge den Teams keine IT-Systeme auf, sondern stelle ihnen intelligente Werkzeuge zur Verfügung, die den klinischen Alltag von Anfang an spürbar verbesserten.
Weiterer Ausbau geplant
Heidi-CEO und Co-Founder Tom Kelly sieht in der Partnerschaft ein Beispiel dafür, wie sich KI sinnvoll und klinisch fundiert in den Arbeitsalltag integrieren lässt, indem Dokumentationsprozesse im Hintergrund unterstützt werden. Swiss Medical Network kündigt an, den Einsatz von KI im klinischen Alltag konsequent weiterzuentwickeln. Die gruppenweite Einführung von Heidi sei dabei erst ein erster Schritt, mit dem Ziel, medizinische Teams nachhaltig zu entlasten und die gewonnene Zeit den Patientinnen und Patienten zugutekommen zu lassen.
Heidi unterstützt nach eigenen Angaben wöchentlich mehr als 2,7 Millionen Patient:innen-Interaktionen in 110 Sprachen und 190 Ländern und hat von internationalen Investoren rund 96,6 Millionen US-Dollar eingesammelt.