Die Schweizer Privatassekuranz beschäftigt so viele Menschen wie nie zuvor, doch das Wachstumstempo hat spürbar nachgelassen. Die aktuellste Personalstatistik des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV (per 31.12.2025) zeigt eine Branche im Wandel: steigende Frauenquoten in Führungspositionen, ein anhaltender Teilzeittrend und eine Digitalisierung, die ihr Wachstumsplateau bei den IT-Stellen erreicht hat.
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 beschäftigte die Schweizer Privatassekuranz insgesamt 50’513 Mitarbeitende – ein minimales Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit flacht der seit 2019 anhaltende Wachstumstrend merklich ab. Zwölf Versicherer beschäftigen je mehr als 1’000 Mitarbeitende und vereinen gemeinsam über 85 Prozent aller Branchenarbeitnehmenden auf sich.
Frauenanteil in Führung steigt – aber langsam
Der Frauenanteil in der gesamten Privatassekuranz liegt seit mehreren Jahren stabil bei rund 44 Prozent, aktuell exakt bei 44,2 Prozent. Auf Direktionsstufe ist er auf 25,9 Prozent gestiegen, was ein Plus von 1,9 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. bedeutet Dieser Anstieg ist laut SVV jedoch hauptsächlich auf Restrukturierungen zurückzuführen, bei denen vorwiegend Männer aus der Direktionsstufe ausgeschieden oder in eine Kaderstufe umgeteilt worden sind. Im Kader liegt der Frauenanteil bei 35,5 Prozent und bleibt damit nahezu konstant.
Teilzeitarbeit weiter auf dem Vormarsch
Mehr als ein Viertel aller Beschäftigten, konkret 28,6 Prozent oder 14’460 Personen – arbeitet in einem Teilzeitpensum. Der seit Anfang der 2000er-Jahre anhaltende Teilzeittrend setzt sich damit fort. Das Verhältnis von Frauen zu Männern in Teilzeit bleibt mit rund 72 zu 28 Prozent stabil. Während 46,6 Prozent aller angestellten Frauen Teilzeit arbeiten, tun dies nur 14,3 Prozent der Männer.
Aussendienst verliert leicht, IT stagniert
Die Zahl der Kundenberatenden im Aussendienst ist gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent auf 12’588 Personen gesunken. Frauen stellen dabei nach wie vor nur 23,2 Prozent der Aussendienst-Mitarbeitenden in einer traditionell männerdominierten Funktion. Auch der IT-Bereich, der in den vergangenen Jahren durch die Digitalisierung der Branche kontinuierlich gewachsen ist, scheint vorerst ein Plateau erreicht zu haben: 9,8 Prozent aller Mitarbeitenden nehmen IT-Aufgaben wahr, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahrswert von 10,1 Prozent.
Ausbildung: Kaufleute dominieren, Informatik bleibt Männerdomäne
Die Privatassekuranz zählt 2’101 Auszubildende, was seit Jahren konstant rund 4 Prozent der Gesamtbelegschaft entspricht. Die mit Abstand häufigste Ausbildung bleibt diejenige zur Kauffrau beziehungsweise zum Kaufmann EFZ mit einem Anteil von 58,5 Prozent. Informatik-Lehrgänge belegen insgesamt 9,5 Prozent der Ausbildungsplätze und sind nach wie vor stark männlich geprägt: Der Männeranteil liegt dort bei 80,3 Prozent. Knapp ein Fünftel aller Auszubildenden absolviert ein Praktikum, ein Traineeprogramm oder ein Nachwuchsprogramm.
Altersstruktur zeigt Geschlechtergefälle
In der jüngsten Altersklasse der 15- bis 24-Jährigen ist das Geschlechterverhältnis mit einem Frauenanteil von 50,5 Prozent nahezu ausgeglichen. Mit zunehmendem Alter sinkt der Frauenanteil jedoch deutlich: In der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen beträgt er nur noch 35,2 Prozent, in der Gruppe 65+ lediglich 22,5 Prozent. Besonders ausgeprägt ist dieses Muster bei den Vollzeitbeschäftigten, während Frauen in der Teilzeitbeschäftigung in den mittleren Altersklassen klar überwiegen.