Mitte Juni, luden Union Swiss Brokers in Burgdorf zur ersten Schulung mit dem neuen KI-gestützten Beratungstool Sothura Safe ein. Was die Teilnehmenden zu sehen bekamen, war mehr als eine Produktpräsentation. Sie erhielten Einblick in die Zukunft der Versicherungsberatung.
Silvio Siegenthaler, Gründer von Sothura Safe und ehemaliger Vaudoise-Mitarbeiter, hat das Tool ursprünglich für den eigenen Gebrauch entwickelt. Aus der Frustration über fragmentierte Arbeitsprozesse, verstreute Systeme und den administrativen Aufwand des Berateralltags entstand eine Plattform, die Police-Analyse, Kundendokumentation, Mandatierung und Neukundengewinnung unter einem Dach vereint. Die Idee dahinter ist so einfach wie ehrgeizig: ein System statt fünftausend.
Für Union Swiss Brokers ist der Launch besonders: Das Unternehmen ist der erste Broker, der Sothura Safe produktiv einsetzt. Ab 1. Juli erhalten alle Mitarbeitenden ihre Zugangsdaten. Der breite Marktzugang ist für den 1. September geplant.




Was das Tool wirklich kann
Im Zentrum der Schulung stand die Live-Demonstration. Siegenthaler lud die Police einer Krankentaggeld-Versicherung hoch. Das Tool erkannte nicht nur den Text, sondern auch den versicherungsrechtlichen Kontext dahinter. Innerhalb 60 Sekunden lagen Deckungsbausteine, Kündigungsfristen nach VVG 35a und mögliche Deckungslücken auf dem Tisch.
Die Wissensbasis dahinter ist substanziell: Über 12’000 verifizierte Schweizer Versicherungsdokumente wurden in eine sogenannte RAG-Datenbank (Retrieval-Augmented Generation) eingespeist, in der sich die KI ausschliesslich bewegt. Halluzinationen werden dadurch strukturell verhindert. Wenn das Tool keine gesicherte Antwort kennt, sagt es das klar.
Datenschutz war ein weiterer Schwerpunkt. Die Datenbank liegt in Zürich, sensible Informationen werden vor der KI-Verarbeitung pseudonymisiert. Die KI selbst ist in Belgien stationiert, ist aber vollständig datenschutzkonform eingebunden. Das Sicherheitsniveau sei gemäss Siegenthaler fast schon auf Bankenniveau.
Mandate, Neukunden und die Zukunft des Chats
Neben der Policeanalyse zeigte die Demo weitere Module: die Mandatierung direkt aus dem Tool heraus, inklusive QR-Code-Unterschrift und rechtssicherer Signatur. Die Anbindung an das CRM-System BrokerStar ist in Arbeit, die Schnittstellen sind bereits vorhanden.
Besonders lebhaft wurde die Diskussion beim Modul zur Neukundengewinnung. Das System schlägt täglich neu gegründete Unternehmen in definierten Regionen und Branchen vor, liest deren Webseiten aus und bereitet automatisierte Erstkontakt-Mails vor.
Lernen im Brokeralltag: Wissen, das bleibt
Noch in Entwicklung, aber bereits angekündigt ist Learncards: eine digitale Lernplattform, die das Gründer-Duo bis Ende Jahr parallel zu Sothura Safe lancieren will. Das Prinzip erinnert an klassische Lernkärtchen, ist aber KI-gestützt und neurowissenschaftlich ausgerichtet. Fachwissen aus dem Versicherungs- und Risikouniversum wird so aufbereitet, dass es in kleinen Einheiten und eingebettet in den Arbeitsalltag direkt ins Langzeitgedächtnis übergeht. Wer also während der Arbeit eine Frage zur Deckungslücke oder zum Gesamtarbeitsvertrag stellt, könnte künftig nicht nur eine Antwort erhalten, sondern auch gleich den passenden Lernimpuls dazu.
thebrokernews begleitet die Kampagne
Journalistisch begleitet wird die Markteinführung von Sothura durch thebrokernews. Die Plattform begleitet die Kampagne rund um Sothura Safe von Anfang an, zu Beginn mit einem Interview mit den beiden Gründern Silvio Siegenthaler und Michel Di Vito (siehe: Lesen Sie auch). Auch Union Swiss Brokers kommuniziert parallel über eigene Kanäle.
Der Start ist gemacht. Das Tool läuft für die Broker von Union Swiss Brokers ab dem 1. Juli. Während dieser Zeit werden die Fragen und Anmerkungen der Nutzer zusätzlich umgesetzt. Es liegt nun an den Brokern das Tool während zwei Monaten im Alltag auf die Probe zu stellen, damit Sothura Safe seinen Anwendern den Arbeitsaufwand um bis zu drei Stunden reduzieren kann. Täglich.
Binci Heeb
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