Die Gruppe Vaudoise Versicherungen legt für das erste Halbjahr 2026 überzeugende Zahlen vor: Nettogewinn von CHF 82,9 Millionen, Nichtlebenwachstum weit über Marktdurchschnitt und eine verbesserte Combined Ratio trotz Grossbrand. Zudem kündigt sich ein Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats an.
Der Umsatz steigt um 6,5 Prozent auf CHF 1’167,7 Millionen, das Nichtlebengeschäft wächst um 6,7 Prozent: Seit fünf Jahren übertrifft die Vaudoise damit den Markt. Besonders stark: die Personenversicherungen Nichtleben (+8,4 %) sowie die Sachversicherungen mit 11,2 Prozent, mehr als doppelt so viel wie der Marktschnitt (5,4 %). Dazu zählen inzwischen auch die Tierversicherungsmarken Epona und Animalia (CHF 29,0 Mio.). Schwächer läuft es in der Motorfahrzeugversicherung, wo die hohe Schadenbelastung Gegenmassnahmen erfordert.
Combined Ratio verbessert trotz Crans-Montana
Trotz gestiegener Bruttoschadenbelastung (CHF 461,8 Mio. gegenüber 429,1 Mio.) verbesserte sich die Combined Ratio von 97,4 auf 96,1 Prozent. Dies ist bemerkenswert, angesichts der finanziellen Belastung durch die Brandkatastrophe von Crans-Montana. Besonders stark wächst die Deutschschweiz mit einem Plus von 7,6 Prozent bei den Nettoprämien.
Leben, Anlagen, Eigenkapital
Im Lebengeschäft wachsen die Einmalprämien um 5,3 Prozent (getrieben vom Serenity Plan), während periodische Prämien um 2,1 Prozent sinken. Der Anlageertrag bleibt mit 1,3 Prozent stabil (Vorjahr 1,4 %). Das Eigenkapital erreicht mit über CHF 2,7 Milliarden einen Rekordwert (+4,5 % bzw. CHF 120,0 Mio.), die Solvabilitätsspanne liegt komfortabel bei 336,5 Prozent (Ende 2025: 344,3 %).
Integration und Wechsel an der Spitze
Per 1. Juli 2026 integriert die Vaudoise die Procimmo Group AG, was sich im zweiten Halbjahr auf Ergebnis und Eigenkapital auswirken wird. Seit Februar steht Unternehmenskunden zudem ein eigener digitaler Kundenbereich zur Verfügung. Governance-seitig schlägt der Verwaltungsrat Cédric Moret als neuen Präsidenten für die Generalversammlungen 2027 vor, als Nachfolger von Philippe Hebeisen, der nach sieben Jahren als Präsident und elf Jahren als CEO sein Amt niederlegt.
Ob sich das Wachstumstempo hält, entscheidet sich nicht zuletzt in der Elementarschadensaison der kommenden Monate.