Steigende Krankenkassenprämien und höhere Lebenshaltungskosten beschäftigen Familien in der Schweiz weiterhin am meisten. Gleichzeitig ist die Zufriedenheit im eigenen Familienleben hoch, doch viele blicken pessimistisch in die Zukunft. Das zeigt das Schweizer Familienbarometer 2026 von Pro Familia Schweiz und Pax.
Finanzielle Belastungen stehen für Familien in der Schweiz klar im Vordergrund. Laut der aktuellen Studie nennen 49 Prozent der Befragten die Krankenkassenprämien als grösste Sorge, gefolgt von steigenden Preisen (37 Prozent).
Weitere wichtige Themen sind Gesundheit (26 Prozent), Wohnkosten (25 Prozent) sowie Schulwesen und Bildungspolitik (23 Prozent). Auch der Umgang mit Medien und Social Media gewinnt weiter an Bedeutung und beschäftigt 22 Prozent der Familien.
Deutliche regionale Unterschiede
Die Bedeutung einzelner Themen variiert stark zwischen den Sprachregionen. Jugendgewalt beschäftigt besonders Familien im Tessin (23 Prozent) und in der Romandie (22 Prozent), während sie in der Deutschschweiz nur für sieben Prozent ein zentrales Thema ist.
Umgekehrt spielt das Schulwesen in der Deutschschweiz eine grössere Rolle: 29 Prozent nennen es als wichtiges Thema. Dies ist deutlich mehr als in der Romandie (13 Prozent) und im Tessin (9 Prozent). Ähnlich zeigt sich das Bild beim Umgang mit sozialen Medien.
Hohe Zufriedenheit, aber Sorgen um die Zukunft
Trotz der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen ist die Zufriedenheit im eigenen Familienleben hoch. Insgesamt 79 Prozent der Befragten geben an, eher oder sehr zufrieden zu sein.
Gleichzeitig überwiegt ein pessimistischer Blick auf die kommenden Jahre: 76 Prozent erwarten, dass sich die Situation für Familien in der Schweiz in den nächsten drei Jahren verschlechtern wird.
Digitale Medien prägen den Familienalltag
Digitale Medien wirken sich ambivalent auf das Familienleben aus. Rund ein Drittel der Familien nutzt bewusst gemeinsame digitale Aktivitäten wie Filme, Musik oder Spiele.
Gleichzeitig berichten 31 Prozent, dass Medienkonsum die gemeinsame Familienzeit reduziert. Bei 24 Prozent führt er häufiger zu Konflikten, während 18 Prozent durch digitale Medien neue gemeinsame Interessen entdecken.
Wunsch nach mehr Unterstützung bei der Medienerziehung
Die meisten Eltern fühlen sich grundsätzlich in der Lage, ihre Kinder im Umgang mit Internet und sozialen Medien zu begleiten. Dennoch wünschen sich viele zusätzliche Unterstützung.
Fast die Hälfte der Befragten fordert einen besseren Schutz von Kindern durch Social-Media-Plattformen sowie Handyverbote in Schulen. Auch mehr Unterstützung durch Schulen und gesetzliche Altersbeschränkungen für soziale Medien werden häufig genannt.
Eltern sehen sich als wichtigste Vermittler von Finanzwissen
Beim Thema Finanzbildung fühlen sich Eltern mehrheitlich kompetent. Über 90 Prozent geben an, ihren Kindern den Umgang mit Geld erklären zu können.
Gleichzeitig wünscht sich knapp die Hälfte der Familien zusätzliche Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche. Die Verantwortung für Finanzwissen sehen die meisten klar bei den Eltern, ergänzt durch die Schule.
Familien mit kleinen Kindern finanziell stärker unter Druck
Die finanzielle Situation vieler Familien bleibt angespannt. Zwar sagen 47 Prozent, ihr Einkommen reiche aus, doch fast ebenso viele (46 Prozent) geben an, dass es nur knapp reicht.
Besonders betroffen sind Familien mit kleinen Kindern zwischen null und drei Jahren: Mehr als die Hälfte von ihnen empfindet ihre finanzielle Situation als angespannt.
Binci Heeb
Lesen Sie hier den Familienbarometer 2026.
Lesen Sie auch: Schweizer Familienbarometer 2025: Finanzielle Sorgen und regionale Unterschiede prägen das Familienleben