Gemeinsam Zukunft bauen

Auf dem Uetliberg trafen sich am 26. und 27. März 2026 Vordenker, Unternehmer, Family Office, Verwaltungsräte und Praktiker zum Future Symposium, einer zweitägigen AI Konferenz gemeinsam mit Anwendungsfällen von KMUs, […]


Gemeinsam Zukunft bauen mit Katrin J. Yuan, CEO des Swiss Future Institute, am Future Symposium am 26./27. März 2026 auf dem Uetliberg mit Panoramasicht über Zürich.

Gemeinsam Zukunft bauen mit Katrin J. Yuan, CEO des Swiss Future Institute, am Future Symposium am 26./27. März 2026 auf dem Uetliberg mit Panoramasicht über Zürich.

Gemeinsam Zukunft bauen mit Katrin J. Yuan, CEO des Swiss Future Institute, am Future Symposium am 26./27. März 2026 auf dem Uetliberg mit Panoramasicht über Zürich.

Auf dem Uetliberg trafen sich am 26. und 27. März 2026 Vordenker, Unternehmer, Family Office, Verwaltungsräte und Praktiker zum Future Symposium, einer zweitägigen AI Konferenz gemeinsam mit Anwendungsfällen von KMUs, Family Office, Hochschulen und Startups. Im Zentrum stand neben der Technologie selbst die Frage, wie sie sinnvoll eingesetzt werden kann und welche Rolle der Mensch dabei spielt. Das Swiss Future Institute hat dazu das AI-Human-Collective Intelligence mit dem AI Future Clouncil aufgebaut, welches technische Möglichkeiten mit der menschlichen Verantwortlichkeit und praktischen Anwendungsfällen verbindet.

Der Auftakt des Future Symposium war bewusst anders gedacht. Moderator Gregorio Uglioni, Advisor & Podcast-Host, stellte gleich zu Beginn klar: Es gehe nicht um Wettbewerb, sondern um kollektives Lernen. Wer an diesen zwei Tagen teilnehme, investiere nicht nur Zeit, sondern auch Verantwortung in die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft. Die zentrale Botschaft: Künstliche Intelligenz ist kein Nullsummenspiel. «None of us is smarter than all of us»: dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.

Das Format unterstrich diese Haltung. Neben Keynotes und Panels standen Austausch, Speed-Dating und persönliche Gespräche im Vordergrund. Die Konferenz verstand sich als Plattform für ein wachsendes Ökosystem, getragen vom Swiss Future Institute, das sich als langfristige Community für Wissen, Vernetzung und praktische Umsetzung positioniert.

AI zwischen Werkzeug und Partner

In den Diskussionen wurde schnell deutlich, dass sich das Verständnis von AI gerade fundamental verschiebt. Für viele Unternehmen ist sie noch ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung. Doch Stimmen aus Beratung, Industrie und Forschung zeichnen ein anderes Bild: AI entwickelt sich vom Tool zum Mitspieler.

Die Beraterin und AI-Expertin Katrin J. Yuan ist CEO des Swiss Future Institute und betonte, dass diese Transformation bereits begonnen habe. Während AI heute noch als Werkzeug eingesetzt werde, entwickle sie sich zunehmend zu einem «Partner» mit steigender kognitiver Leistungsfähigkeit und wachsender Integration in Geschäftsprozesse. Damit verschiebe sich auch die Führungsfrage: Wird AI als Instrument gesteuert oder als Teil des Teams integriert?

Gerade im Mittelstand zeigt sich laut Dr. Ing. Dominic Gorecky von der Swiss Smart Factory ein pragmatischer Zugang. Unternehmen investieren nicht aus Begeisterung für Technologie, sondern aus Notwendigkeit: steigende Komplexität, kleinere Losgrössen und volatile Märkte erfordern flexible Automatisierung. Klassische Robotik bleibt dominant, doch kognitive und humanoide Systeme gewinnen an Bedeutung, insbesondere dort, wo Flexibilität entscheidend ist.

Der entscheidende Fehler: vom Tool her denken

Ein wiederkehrendes Motiv war die Kritik am technologiegetriebenen Ansatz. Unternehmen beginnen oft mit der Frage, welches Tool sie einsetzen sollen, statt zu definieren, welches Problem sie lösen wollen.

Yasmin Aziz, CEO Visilab, brachte es auf den Punkt: Erfolgreiche Implementierung beginnt nicht mit Software, sondern mit einem klar verstandenen Geschäftsproblem. Erst danach folgt die Auswahl geeigneter Technologien. Ebenso entscheidend sei die menschliche Dimension. Transformation sei kein IT-Projekt, sondern ein Führungsprojekt.

Diese Perspektive wurde im Panel nochmals zugespitzt: Wer AI nur als Werkzeug betrachtet, bleibt im alten Denken verhaftet. Erst die Verbindung von Business-Zielen, menschlicher Intelligenz und künstlicher Intelligenz schafft echten Mehrwert. Der Weg dorthin führt über Strategie, klare Zielbilder und eine schrittweise Integration in Prozesse und Organisation.

AI als strategische Entscheidung

Der Mathematiker und Data-Science-Professor Johannes Lederer von der Universität Hamburg rückte in seiner Keynote die grundlegende Perspektive zurecht. AI sei weder neu noch ein kurzfristiger Hype. Entscheidend sei, dass sich drei Dinge verändert haben: Datenverfügbarkeit, Rechenleistung und – vielleicht am wichtigsten – unser Denken.

Sein Appell richtete sich klar an Unternehmen und Führungskräfte: Nicht den Tools folgen, sondern selbst definieren, was AI leisten soll. Wer blind den grossen Tech-Anbietern folge, laufe Gefahr, fremde Interessen zu implementieren statt eigener Strategien.

Er formulierte drei Leitfragen für den Umgang mit AI: Was soll sie für mein Unternehmen leisten? Was soll sie für die Gesellschaft leisten? Und wie baue ich die notwendige Expertise auf? Gerade die zweite Frage, die gesellschaftliche Dimension, wurde als oft unterschätzt hervorgehoben. AI beeinflusst bereits heute Entscheidungen in Bildung, Medizin und Arbeitsmarkt. Diese Entwicklung dürfe nicht einfach «geschehen», sondern müsse aktiv gestaltet werden.

Vom Experiment zur Umsetzung

Neben strategischen Überlegungen zeigte die Konferenz auch sehr konkrete Anwendungen. Unternehmer Jón Georg Adalsteinsson, Chairman der Ice-co Group, schilderte eindrücklich, wie AI bereits heute kleine Organisationen befähigt, mit grossen Konzernen zu konkurrieren. Seine These: AI «flacht die Alpen ab», denn sie reduziert strukturelle Nachteile kleiner Teams.

Von Vertragsanalysen über Verhandlungsstrategien bis hin zu Marketing und Influencer-Analyse lassen sich heute viele Aufgaben effizient mit AI unterstützen. Entscheidend sei jedoch, dass Technologie nicht Selbstzweck wird. Erfolgreiche Unternehmen kombinieren klare Wertangebote mit intelligentem Technologieeinsatz.

Dabei zeigte sich auch eine kulturelle Herausforderung: Nicht alle Mitarbeitenden ziehen gleich schnell mit. Während junge Talente oft experimentierfreudig sind und Führungskräfte den Druck zur Transformation spüren, entsteht Widerstand häufig in der operativen Mitte der Organisation. Der Aufbau einer echten Experimentierkultur bleibt damit eine zentrale Führungsaufgabe.

Mensch im Zentrum der Transformation

Trotz aller technologischen Dynamik blieb eine Botschaft konstant: Der Mensch steht im Zentrum. Diese Perspektive wurde nicht nur diskutiert, sondern auch durch eine gemeinsame Reflexionsübung erlebbar gemacht, die die Teilnehmer gedanklich ins Jahr 2050 führte.

Die zentrale Frage lautete: Welche Fähigkeiten werden auch in einer hochautomatisierten Zukunft unersetzbar sein? Die Antworten lagen weniger in technischen Kompetenzen als in Kreativität, Haltung und sozialer Intelligenz.

Das Future Symposium positioniert sich damit bewusst gegen einen rein technologischen Determinismus. AI ist kein Selbstläufer, sondern ein Gestaltungsraum. Oder, wie es mehrfach formuliert wurde: Die Zukunft entsteht nicht, sie wird gemacht.

Einsatz der Technologie entscheidet

Die zwei Tage auf dem Uetliberg zeigten, dass die Diskussion um künstliche Intelligenz eine neue Reife erreicht hat. Weg von der Faszination für Tools, hin zu Fragen der Anwendung, Verantwortung und Führung.

Für die Versicherungs- und Finanzbranche, aber auch für andere Industrien, ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Wer AI erfolgreich einsetzen will, muss strategisch denken, kulturell führen und technologisch verstehen.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Konferenz bleibt jedoch eine einfache: Nicht die Technologie entscheidet über den Erfolg, sondern die Art und Weise, wie wir sie einsetzen.

Binci Heeb

Lesen Sie auch: Wie Künstliche Intelligenz Macht, Marge und Moral in der Versicherungsbranche neu verteilt


Tags: #Einsatz #Entscheidung #Experiment #Fehler #Future Symposium #KI #Nullnummerspiel #Strategie #Swiss Future Institute #Tool #Transformation #Umsetzung #Werkzeug #Zentrum #Zukunft