Extremhitze, Hurricanes, KI-Rechenzentren, Elektrofahrzeuge und Schwellenländer: Swiss Re zeigt in ihrem Klima-Newsletter, wo die Branche unter Druck gerät und welche Lösungsansätze zählen.
Im Mai 2026 verzeichneten mehrere europäische Länder, darunter auch die Schweiz, sowie Indien und Pakistan Rekordtemperaturen. Für Swiss Re ist das längst ein Kernthema: Hitze sei eine «real gewordene Herausforderung für die Realwirtschaft», so Nikhil da Victoria Lobo, mit direkten Folgen für Infrastruktur, Gesundheit und Produktivität. Als Gegenmassnahmen nennt Swiss Re verbesserte Baustandards, Frühwarnsysteme und parametrische Versicherungen, die ab einem definierten Temperaturschwellenwert automatisch auszahlen.
Hurrikan-Prognosen: Kein Grund zur Entwarnung
Die Vorhersagen für 2026 sind moderat, doch Swiss Re warnt vor falscher Sicherheit. Monica Ningen verweist auf Hurrikan Andrew (1992): Als einziger Hurrikan jenes Jahres verursachte er Rekordschäden und veränderte die Branche nachhaltig. Investitionen in Resilienz müssen unabhängig von saisonalen Prognosen weitergeführt werden.
KI-Rechenzentren: Milliarden-Investitionen mit neuem Risikoprofil
2026 fliessen bis zu 450 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Das weckt Versicherungsbedarf, aber auch neue Risiken: Über ein Viertel der US-Rechenzentrumskapazität liegt in hagelgefährdeten Regionen, vieles davon zusätzlich im «Tornado Alley». Swiss Re sieht mehrschichtige Versicherungsstrategien über den gesamten Lebenszyklus als Pflicht.
Elektromobilität: Chancen und Preisdruck im Elektromobil-Markt
Höhere Reparaturkosten haben Versicherer im Segment der Elektromobile früh unter Druck gesetzt. Die zunehmend bessere Datenlage ermöglicht nun präzisere Risikobeurteilungen und stabilere Ergebnisse. Für Broker wächst damit ein sich professionalisierendes Marktsegment.
Schwellenländer: Versicherung als Entwicklungsinstrument
Schwellenländer sind klimatisch besonders exponiert und finanziell oft kaum abgesichert. Swiss Re plädiert dafür, die Versicherungsbranche früher in Länderstrategien einzubeziehen, damit Risikodenken in staatliche Entwicklungsprogramme einfliesst.